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Versicherer : Allianz bleibt trotz Gewinnrückgang zuversichtlich

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Ihr Vermögen hat die Allianz zuletzt gut verwaltet Bild: dpa

Europas größter Versicherer Allianz hat im dritten Quartal wegen höherer Steuern weniger verdient. Weil das operative Geschäft dennoch gut lief, ist der Vorstand für das Gesamtjahr etwas optimistischer.

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          Die Allianz gibt sich nach einem besser als erwartet ausgefallenen dritten Quartal optimistischer. Im Gesamtjahr soll der operative Gewinn am oberen Ende der bisher angepeilten Spanne von 6,7 bis 7,7 Milliarden Euro liegen, wie Vorstandschef Michael Diekmann am Mittwoch sagte. In den ersten neun Monaten waren es 6,1 Milliarden Euro - ein Plus von 20 Prozent. Außerdem will Europas größter Versicherer auf einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro kommen, was zuletzt 2005 erreicht wurde.

          Im dritten Quartal verbuchte die Allianz unter anderem wegen höherer Steueraufwendungen einen Gewinnrückgang. Der Überschuss fiel um acht Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Damit schnitten die Münchner aber besser als von Analysten erwartet ab. Diese hatten im Schnitt nur mit 1,16 Milliarden Euro Gewinn gerechnet.

          Vermögensverwaltung entwickelt sich positiv

          Im Tagesgeschäft glänzte vor allem die Vermögensverwaltung, die ihr operatives Ergebnis um 42 Prozent steigerte. In der Kernsparte Schaden/Unfall betrug das Plus neun Prozent. Die Lebens- und Krankenversicherung verzeichnete dagegen ein Minus von 30 Prozent, was der Konzern auf ein besonders gutes Anlageergebnis im Vorjahr zurückführte.

          Belastet wurde die Allianz erneut von Naturkatastrophen, die dieses Jahr ins Kontor schlagen. Das Jahresbudget von rund 900 Millionen Euro ist bereits um 218 Millionen überzogen. Im dritten Quartal fielen 307 Millionen Euro an. Vor allem die Überschwemmungen in Sachsen und Osteuropa kamen die Allianz teuer zu stehen. Die Schaden/Kosten-Quote als zentrale Kennziffer für die Rentabilität der Branche lag dennoch bei profitablen 97,1 Prozent. Bei Werten oberhalb von 100 Prozent sind Schadenzahlungen und Verwaltungskosten nicht mehr aus den Prämieneinnahmen gedeckt.

          Eigentlich hat sich die Allianz für dieses Jahr vorgenommen, die Schaden/Kosten-Quote um etwa einen Punkt auf 96,5 Prozent zu verbessern. Doch danach sieht es derzeit nicht aus: Nach den ersten neun Monaten waren es knapp 98 Prozent. Und einen ähnlichen Wert erwarten die Analysten auch im Gesamtjahr.

          Schwieriges Jahr für die Versicherer

          Die Rentabilität der Versicherungsbranche leidet sowohl unter den niedrigen Zinsen, die die Anlageerträge schmälern, als auch unter der gesunkenen Nachfrage nach Lebensversicherungen. Gesunkene Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft sowie
          Schadensforderungen in der Katastrophenversicherung schmälern die Gewinne ebenso. In diesem Jahr gab es eine Reihe kostenintensiver Naturkatastrophen, so den Wintersturm Xynthia in Europa und das Erdbeben in Chile im Februar. Im August hatten massive Regenfälle Überschwemmungen in Tschechien, Polen und dem Osten Deutschlands
          verursacht.

          Europas zweitgrößter Versicherer, Axa, hatte im Oktober für das dritte Quartal einen Anstieg der Einnahmen um 4,4 Prozent ausgewiesen. Dahinter standen höhere Prämien im Schaden- und Unfallbereich. Die Abflüsse aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft des Pariser Konzerns hatten sich jedoch fortgesetzt. Zurich Financial Services, der größte Versicherer der Schweiz, berichtete am 4. November einen Rückgang des Quartalsgewinns um 22 Prozent. Druck auf das Ergebnis brachte eine rechtliche Einigung in den Vereinigten Staaten.

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