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Ölpreisverfall : BP verbucht größten Verlust seit 20 Jahren

  • Aktualisiert am

Die BP-Bilanz leidet unter dem starken Ölpreisverfall Bild: AFP

Der niedrige Ölpreis macht den Konzernen zu schaffen. Jetzt verkündete BP den höchsten Verlust seit 20 Jahren. Selbst nach Deepwater Horizon sah es besser aus.

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          Beim britischen Rohstoffriesen BP ist der Gewinn um mehr als die Hälfte eingebrochen. Grund dafür sind der Ölpreisverfall und deutlich niedrigere Gaspreise. Für das Gesamtjahr 2015 meldete das Unternehmen am Dienstag in London einen Ertrag von 5,9 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro). 2014 waren es noch 12,1 Milliarden Dollar gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 51 Prozent.

          Für den Energiekonzern ist es der schlimmste Verlust seit mehr als 20 Jahren. Selbst 2010, als BP Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, war das Ergebnis nicht so schlecht.

          Der Ölpreis ist seit Mitte 2014 auf Talfahrt und hat seitdem etwa 70 Prozent verloren. Von damals rund 100 Dollar pro Barrel rutschte er auf zuletzt rund 31 Dollar. BP hat deshalb bereits einen Sparkurs eingeleitet. Neben deutlich weniger Investitionen will der britische Ölkonzern bis Ende 2017 rund 7000 Stellen streichen. Allein in diesem Jahr sollen etwa 4000 Stellen in den Bereichen Exploration und Produktion wegfallen. Auch Deutschland ist betroffen. BP mit der Tankstellenkette Aral und der Schmierstoffmarke Castrol beschäftigte hierzulande zuletzt rund 5500 Mitarbeiter.

          Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten ging im vierten Quartal 2015 auf 196 Millionen US-Dollar zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte er noch 2,2 Milliarden Dollar betragen. Damit verfehlte BP deutlich die Erwartungen des Marktes. Die Aktien des Konzerns büßten in London knapp sechs Prozent ein. Die Anteilseigner sollen für das vierte Quartal eine Dividende von 10 Cent je Aktie erhalten.

          BP-Chef Bob Dudley sagte, der Konzern müsse sich rasch dem veränderten Marktumfeld anpassen. Allein im vierten Quartal summierten sich die Wertberichtigungen wegen der niedrigeren Ölpreise auf 2,6 Milliarden Dollar. Der Konkurrenz geht es nicht besser. Chevron - die Nummer zwei in den USA, hatte zuletzt den ersten Quartalsverlust seit mehr als 13 Jahren
          ausgewiesen.

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