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Verlage : Pearson will sich auch vom „Economist“ trennen

  • Aktualisiert am

Economist-Titel der letzten Wochen Bild: F.A.Z., www.economist.com

Nach dem Verkauf der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ will der britische Medienkonzern Pearson auch seinen 50-Prozent-Anteil am Wirtschaftsmagazin „Economist“ loswerden. Zudem wird spekuliert, ob sich Pearson auch vom Buchverlag Penguin Random House trennt.

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          Der britische Medienkonzern Pearson sei in Verhandlungen über einen Verkauf seines 50-Prozent-Anteils an der Economist-Gruppe, berichtet die „Financial Times“, die gerade selbst von Pearson verkauft wurde. Der Anteil sei rund 400 Millionen Pfund wert, berichtet das Wirtschaftsblatt. Der Verkauf könnte den Umbau des britischen Medienkonzerns Pearson voranbringen. Gespräche mit den Herausgebern des Wirtschaftsmagazins "The Economist" seien im Gang, bestätigte Pearson am Samstag.

          Analysten haben schon den Verkauf der renommierten „Financial Times“, die Pearson fast sechs Jahrzehnte lang gehörte, als klares Signal dafür gewertet, dass sich die Briten stärker als bisher auf ihr Kerngeschäft im Schul- und Bildungssektor konzentrieren wollen.

          Laut dem Magazin „Politico“ hatte Pearson gehofft, den Verkauf des Economist-Anteils gleichzeitig mit dem Verkauf der „Financial Times“ ankündigen zu können, doch Komplikationen in letzter Minute hätten das verhindert.

          Der Abschied von der „Financial Times“ wird Pearson mit einem stattlichen Kaufpreis versüßt: Der Bruttoerlös von 844 Millionen Pfund (rund 1,1 Milliarden Euro) ist 28 Mal so hoch wie der Betriebsgewinn, den die lachsfarbene Wirtschaftszeitung vergangenes Jahr erwirtschaftete - eine enorme Prämie, die der neue Eigentümer Nikkei nun zurückverdienen muss.

          Verlagsumbau könnte auch Bertelsmann Chancen eröffnen

          In London gibt es auch schon Spekulationen über weitere Verkäufe bei Pearson - und diese könnten auch einem deutschen Medienriesen Wachstumschancen eröffnen: dem Gütersloher Bertelsmann-Konzern. Beobachter erwarten, Pearson werde sich auch vom Buchverlag Penguin Random House (PRH) trennen. Der größte Buchverlag der Welt, der Bestsellerautoren wie Dan Brown, Ken Follett und Jamie Oliver unter Vertrag hat, ist bislang ein Gemeinschaftsunternehmen von Bertelsmann und Pearson. Schon bald, so die Spekulation, könnten die Gütersloher die Anteile der Briten an PRH übernehmen.

          „Die FT ist verkauft. Wir rechnen damit, dass PRH als Nächstes abgestoßen wird“, kommentiert Chris Collett, Medienanalyst der Deutschen Bank in London. Pearson und Bertelsmann gründeten das Joint Venture vor zwei Jahren. Bertelsmann gehört mit 53 Prozent bereits eine knappe Mehrheit und stellt mit dem Medienmanager Markus Dohle den Vorstandschef. Im November läuft eine vertragliche Haltefrist aus. Pearson kann dann seine Beteiligung an Bertelsmann verkaufen, wenn sich beide Seiten über den Preis einigen. Analysten schätzen, der Ausstieg bei PRH könnte Pearson umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro einbringen. Für Bertelsmann-Chef Thomas Rabe wäre eine Komplettübernahme damit ein dicker Brocken. Zu der Verlagsgruppe, die im vergangenen Jahr 3,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete, gehören rund um den Globus knapp 250 Einzelverlage. Von Bertelsmann und Pearson war bislang keine Stellungnahme zu dem Thema zu erhalten.

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