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Verkauf gescheitert : Saab wird geschlossen

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GM wickelt Saab ab Bild:

Die Autokrise fordert mit dem Ende der schwedischen Marke Saab ihr erstes prominentes Opfer in Europa. Nachdem der Verkauf an eine holländische Sportwagenmanufaktur gescheitert ist, wird der 1947 gegründete Hersteller nun vollständig abgewickelt.

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          Die Absatzkrise der Autoindustrie fordert mit dem Ende der schwedischen Marke Saab ihr erstes prominentes Opfer in Europa. Nachdem der geplante Verkauf von Saab an die holländische Sportwagenmanufaktur Spyker wegen Finanzierungsschwierigkeiten gescheitert ist, wird der 1947 gegründete Hersteller nun vollständig abgewickelt. Das teilte der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) am Freitag mit. Den verbliebenen 3400 Beschäftigten werde von Januar an gekündigt.

          Die Begründung für diesen Schritt durch den neuen, seit einem Monat amtierenden GM-Europachef Nick Reilly fiel knapp aus: „Trotz der größten Bemühungen aller Beteiligten wurde klar, dass die für den Abschluss der komplexen Transaktion nötigen rechtlichen Prüfungen nicht in einem vernünftigen Zeitraum hätten durchgeführt werden können.“ Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, hätte Saab eine schnelle Lösung gebraucht. Er bedauere, dass der Verkauf an Spyker gescheitert sei, sagte Reilly.

          GM war im Jahr 1989 bei Saab eingestiegen und hat die Traditionsmarke elf Jahre später dann vollständig übernommen. Saab hatte unter der Führung von GM seit zehn Jahren Verlust gemacht. Da das Geld sehr knapp, das Unternehmen aber nicht zahlungsunfähig ist, soll es alle Schulden bedienen, auch die bei Zulieferern. Während Saab ab Februar dieses Jahres ein mehrere Monate dauerndes Insolvenzverfahren durchlaufen hatte, hatte sich der Niedergang beschleunigt.

          Der schon traditionell nicht sonderlich große Absatz verringerte sich wegen der Verunsicherung der Kunden im laufenden Jahr um mehr als die Hälfte auf weniger als 50.000 Autos. In Deutschland hat Saab 104 Händler und setzte hier vergangenes Jahr 3.800 Autos ab, neun Prozent weniger als 2007.

          Schon vor einigen Tagen hatte GM Teile von Saab an Chinas fünftgrößten Autohersteller BAIC verkauft. Der Staatskonzern aus Peking, der sich auch zeitweise um den Kauf von Opel bemüht hatte, übernimmt die Nutzungsrechte für die Motor- und Getriebe-Technologie einiger älterer Saab-Modelle sowie einen Teil der Produktionsanlagen, die abgebaut und nach China gebracht werden (siehe Chinesen übernehmen Know-how von Saab).

          Im November hatte schon die schwedische Sportwagenmanufaktur Koenigsegg ein Übernahmeangebot für Saab zurückgezogen. Mit der Abwicklung der schwedischen Marke treibt GM den Umbau des Konzerns voran. Nach der Einstellung der amerikanischen Marke Pontiac war schon der Verkauf von Saturn an den Autohändler Penske gescheitert, so dass auch diese Marke abgewickelt wird.

          GM will weiter Ersatzteile an alle Saab-Fahrer weltweit verkaufen.

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