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Verkauf der Handy-Sparte : Nokia zieht einen Schlussstrich

  • Aktualisiert am

Nokia verkauft sein Handy-Geschäft - die Anleger freut das Bild: dpa

Handy-Pionier Nokia verabschiedet sich aus dem Geschäft mit Mobiltelefonen und verkauft die Sparte an den Softwarekonzern Microsoft. Der Nokia-Aktie verhilft das zu einem Kurssprung. Längst ist der einstige Weltmarktführer von dem Riesen aus Korea und dem Kult-Konzern Apple abgehängt.

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          Der einstige Weltmarktführer Nokia zieht nach Jahren der Krise einen Schlussstrich und verkauft sein Geschäft mit Handys komplett an Microsoft. Nokia wolle sich künftig auf Netzwerk-Technik und zugehörige Dienste  konzentrieren, teilte das finnische Unternehmen am Dienstag in  Helsinki mit. Nokia arbeitet schon seit längerem mit dem amerikanischen Softwarekonzern zusammen und bestückt seine Smartphones zum Teil mit dessen  Betriebssystem Windows Phone.

          An der Börse kam die Nachricht von der Teilübernahme gut an: Der  Kurs der Nokia-Aktien sprang am Dienstag nach Öffnung des Marktes  in Helsinki um 45 Prozent auf 4,30 Euro in die Höhe.

          Microsoft werde Nokia umgerechnet 5,44 Milliarden Euro zahlen, hatte das finnische Unternehmen am Morgen mitgeteilt. Davon entfielen 3,79  Milliarden Euro auf den Kauf der Handysparte selbst. Weitere 1,65  Milliarden Euro würden für Patente fällig. Der Verkauf werde  voraussichtlich im ersten Quartal 2014 vollzogen. Die zuständigen  Behörden müssten dem Geschäft noch zustimmen.

          Bereits in den vergangenen Monaten hatte es Gerüchte über eine  mögliche Übernahme von Nokia gegeben. 2012 nahm Nokia im Geschäft  mit Mobiltelefonen 14,9 Milliarden Euro ein, was in etwa der Hälfte  des Konzernumsatzes entsprach. Nokia verkündete am Dienstag auch den Abgang von Unternehmenschef  Stephen Elop. Die Konzernführung werde übergangsweise  Verwaltungsrat-Chef Risto Siilasmaa übernehmen, teilte Nokia mit.

          Des bisherige Konzernlenker Elop 2010 von Microsoft gekommen, um Nokia die Wende im kriselnden Handygeschäft zu bringen. Kürzlich hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer angekündigt, sich innerhalb des  kommenden Jahres von seinem Posten zurückziehen zu wollen - Elop  war in den Medien als möglicher Nachfolger gehandelt worden.

          Wie Nokia mitteilte, könnten rund 32.000 Mitarbeiter des  Unternehmens zu Microsoft wechseln. Die Entscheidung zum Verkauf der Handysparte sei „für Nokia und seine Anteilseigner der beste Weg in die Zukunft“, erklärte Interim-Konzernchef Siilasmaa. Der Gewinn durch den Verkauf werde die finanzielle Lage des Unternehmens „klar stärken“ und eine „solide Grundlage für künftige  Investitionen in Nokias fortgeführte Unternehmensaktivitäten“ liefern, erklärte Siilasmaa.

          Nokia hatte den weltweiten Markt für Mobiltelefone über ein Jahrzehnt dominiert. 2012 lief den Finnen jedoch der südkoreanische Konkurrent Samsung den Rang als Weltmarktführer ab. Nokia hatte in den vergangenen Jahren den Smartphone-Trend zunächst verschlafen.  Heute liegen die Finnen in dem Geschäft mit Multimedia-Handys weit hinter der Konkurrenz von Samsung und des amerikanischen Herstellers Apple zurück.

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