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Verkauf der Aufzugssparte : Der Milliardendeal von Thyssen-Krupp ist perfekt

Der Aufzugstestturm von Thyssen-Krupp in Rottweil Bild: dpa

Mehr als 17 Milliarden Euro soll Thyssen-Krupp für sein Aufzugsgeschäft bekommen – Geld, das der Konzern dringend braucht. Nun kann es kommen: Alle erforderlichen Genehmigungen liegen vor.

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          Thyssen-Krupp kann Ende Juli mit den 17,2 Milliarden Euro aus dem Verkauf seiner Aufzugssparte rechnen. Am Donnerstag hat auch die Europäische Kommission die Veräußerung an ein Konsortium rund um die Finanzinvestoren Advent und Cinven sowie die RAG-Stiftung genehmigt. Es lägen jetzt alle für ein Closing erforderlichen Genehmigungen vor, sagte ein Unternehmenssprecher: „Mit den Erwerbern ist vertraglich vereinbart, dass das Closing zum 31. Juli 2020 erfolgen wird“.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Damit ist Thyssen-Krupp schneller am Ziel als anfangs erhofft, als von einer Freigabe bis Ende des Geschäftsjahres – Ende September – die Rede war. Insgesamt 13 Behörden rund um den Globus mussten die Transaktion genehmigen. Der schwer angeschlagene Stahl- und Industriekonzern braucht dringend Geld, um Schulden abzubauen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Im Februar hatte er sich auf die Veräußerung der lukrativen Aufzugssparte verständigt, in der mehr als 50.000 Menschen beschäftigt sind.

          Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, soll das Aufzugsunternehmen eine milliardenschwere hoch verzinste Anleihe begeben. Sie sei Teil der geplanten Finanzierung des Deals, schrieb Reuters unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider. Der Prozess werde von Credit Suisse, Goldman Sachs und der UBS organisiert.

          THYSSENKRUPP

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          Um die Zwischenzeit bis zur Bezahlung des Kaufpreises zu überbrücken, hat sich Thyssen-Krupp bei der staatlichen KfW-Bankengruppe eine Kreditlinie über eine Milliarde Euro gesichert. Offenbar musste der Konzern darauf aber bisher nicht zurückgreifen. Ob er bis Ende Juli ohne eine Inanspruchnahme des Darlehens auskommen wird, hängt davon ab, wie schwer die Corona-Krise auf die Geschäfte durchschlagen und an der vorhandenen Liquidität zehren wird. Im ersten Halbjahr war schon ein Nettoverlust von rund 1,3 Milliarden Euro aufgelaufen, und für das aktuelle dritte Quartal schließt der Konzern nicht aus, dass ein Verlust von noch einmal mehr als einer Milliarde Euro anfallen wird.

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