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Verkauf an Lenovo : Google stößt Motorola wieder ab

Google verkauft seine Handysparte Motorola Bild: dpa

Der Internetkonzern Google verkauft seine defizitäre Tochtergesellschaft Motorola an Lenovo. Der erst 2012 zugekaufte Handyhersteller entpuppt sich damit als gigantisches Verlustgeschäft.

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          Der amerikanische Internetkonzern Google trennt sich schon wieder von seiner defizitären Handysparte Motorola Mobility - womit sich der Zukauf des Unternehmens im Mai 2012 als ein Verlustgeschäft herausstellt. Wie Vorstandsvorsitzender Larry Page am Mittwoch abend bestätigte, wird Google Motorola für 2,9 Milliarden Dollar an den chinesischen Computerhersteller Lenovo verkauft. Google hatte noch 12,5 Milliarden Dollar für Motorola bezahlt. In der Zwischenzeit hatte Google allerdings schon das Geschäft von Motorola mit digitalen Fernsehempfängern (Set-Top-Boxen) für 2,3 Milliarden Dollar an das amerikanische Unternehmen Arris verkauft.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Internetkonzern wollte sich mit dem Zukauf zum einen das umfangreiche Patentportfolio von Motorola sichern und wird nach eigenen Aussagen die überwiegende Mehrheit dieser Patente auch nach der Transaktion mit Lenovo behalten. Google erhoffte sich von Motorola aber auch einen Schub in seinem wachsenden Geschäft mit Hardwareprodukten.

          Allerdings war Motorola bis zuletzt defizitär. Google wies für Motorola im dritten Quartal 2013 einen Verlust von 248 Millionen Dollar aus, außerdem fiel der Umsatz um 36 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Neue Produkte wie das im vergangenen Jahr herausgekommene Smartphone „Moto X“ verkauften sich schlechter als erhofft. Google hat der Tochtergesellschaft ein radikales Sparprogramm verordnet. Im dritten Quartal hatte Motorola nur noch rund 4250 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es noch mehr als 17.000.

          Larry Page sagte zu dem Verkauf, der Smartphone-Markt sei „super-wettbewerbsintensiv“, und Motorola sei bei Lenovo besser aufgehoben. Google könne sich somit auf sein marktführendes Smartphone-Betriebssystem Android konzentrieren. Die Trennung von Motorola soll nach den Worten von Page aber nicht als Signal gewertet werden, dass Google allgemein seine Anstrengungen im Hardwaregeschäft zurückfährt. Page hob dabei am Körper tragbare elektronische Geräte („Wearables“) hervor. Google ist hier mit der Datenbrille „Google Glass“ vertreten, die in diesem Jahr für die breite Masse herauskommen soll.

          Google ist weiter auf Einkaufstour

          Lenovo versucht derzeit, jenseits von Personalcomputern seinen Aktionsradius auszuweiten und hat das Geschäft mit Smartphones und Tabletcomputern forciert. In der vergangenen Woche vereinbarten die Chinesen, dem Technologiekonzern IBM einen Teil seines Geschäfts mit Netzwerkrechnern (Servern) für 2,3 Milliarden Dollar abzukaufen. Lenovo hatte von IBM schon im Jahr 2005 die Personalcomputeraktivitäten gekauft. Seither sind die Chinesen zum größten PC-Hersteller der Welt aufgestiegen.

          Auch Google ist weiter auf Einkaufstour. Erst vor zwei Wochen vereinbarte der Konzern die Übernahme von Nest Labs für 3,2 Milliarden Dollar. Nest ist ein Hersteller von intelligenten Produkten für den Haushalt wie Heizungsthermostaten und Rauchmeldern. Erst vor wenigen Tagen wurde die Übernahme des britischen Unternehmens Deepmind bekannt, einem Spezialisten für künstliche Intelligenz. Für Deepmind hat Google Medienberichten zufolge bis zu 500 Millionen Dollar bezahlt.

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