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Vergütung im Dax : Die Millionen fließen wieder an die Vorstände

  • Aktualisiert am

Bild: Wolfgang Eilmes / F.A.Z.

Die Wirtschaftskrise ist längst nicht vorbei - doch die Gehälter der Top-Manager haben sich schon wieder erholt. Die Millionen fließen wieder, besagt eine neue Vergütungsstudie der Beratungsgesellschaft Towers Watson. Top-Verdiener unter den Dax-Vorstandschefs ist abermals Josef Ackermann.

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          Der Wirtschaft geht es schlecht - doch Deutschlands Top-Manager verdienen wieder kräftig. Zwar werden Konzernbosse in den Vereinigten Staaten noch deutlich besser bezahlt, doch die Millionen fließen auch hierzulande wieder. Viele Vorstände profitieren davon, dass sie ihr Unternehmen 2009 vergleichsweise gut durch die Krise führten.

          Der beste Verdiener unter den deutschen Dax-Vorstandsvorsitzenden war Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit Bezügen von rund 9,4 Millionen Euro, von denen 70 Prozent jedoch erst später ausgezahlt werden. Auf den Plätzen folgen RWE-Boss Jürgen Großmann (7,13 Millionen Euro) und Siemens-Lenker Peter Löscher (7,03 Millionen Euro).

          Im Schnitt rund 3,64 Millionen Euro kassierten Vorstandsvorsitzende der Dax-Konzerne ohne Bezüge zur Altersvorsorge (= Direktvergütung) und damit zehn Prozent mehr als 2008. Die übrigen Vorstände erhielten mit durchschnittlich 1,9 Millionen Euro fast genauso viel wie im Vorjahr. Diese Zahlen errechnete das Beratungsunternehmen Towers Watson nach Auswertung von 29 Geschäftsberichten der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex. Der Bericht von Fresenius lag zum Zeitpunkt der Studie noch nicht vor.

          Jürgen Großmann, RWE Bild: Daniel Pilar / F.A.Z.

          Am schlechtesten bezahlter Dax-Chef war der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, der sich wegen der staatlichen Milliardenhilfe für sein Institut mit 500.000 Euro Grundgehalt begnügen musste. Immerhin gut doppelt so viel erhielten die Vorstandsvorsitzenden des Chipherstellers Infineon, Peter Bauer (1,12 Mio Euro), und des Industriekonzerns Thyssen-Krupp, Ekkehard Schulz (1,17 Millionen Euro).

          „Die Vergütungssysteme greifen auch in der Krise“, urteilten die Experten von Towers Watson. Erfolg oder Misserfolg schlage sich sehr wohl in der Bezahlung der Manager nieder. „Dass die Vergütungen wieder steigen, ist den verbesserten Kennzahlen der Dax-Unternehmen geschuldet“, erklärte das Beratungsunternehmen. In der Folge flossen bei vielen Unternehmen die Boni wieder kräftig: Im Schnitt strichen Konzernlenker auf kurze Sicht 1,6 Millionen Euro zusätzlich ein.

          Insgesamt liegen die Gehälter nach Towers-Watson-Berechnungen noch deutlich unter den Jahren, ehe die Finanz- und Wirtschaftskrise die Märkte durcheinanderwirbelte und etliche Konzerne Verluste machten. Auch im internationalen Vergleich fällt die Bezahlung in Deutschland deutlich geringer aus: Die Chefs der 50 im Dow Jones Euro Stoxx 50 gelisteten europäischen Konzerne - darunter etliche Dax-Unternehmen - kamen für 2009 auf eine durchschnittliche Direktvergütung von 5,33 Millionen Euro. In den Vereinigten Staaten kassierten die Bosse führender Unternehmen trotz teils deutlicher Rückgänge im Schnitt rund 10 Millionen Euro.

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