https://www.faz.net/-gqe-9mzau

Äußerungen zu Zwangsarbeit : Verena Bahlsen bittet um Entschuldigung

  • Aktualisiert am

Verena Bahlsen im März bei einem Pressedinner zur Vorstellung von Jackfrucht-Gerichten im Restaurant „Hermann’s“ in Berlin Bild: dpa

Mit ihrer Aussage zu der Geschichte des Keksherstellers Bahlsen im „Dritten Reich“ hatte die Unternehmenserbin einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

          Die Unternehmenserbin Verena Bahlsen hat sich am Mittwoch für ihre Äußerungen zu Zwangsarbeitern bei dem Kekshersteller Bahlsen entschuldigt. In einer persönlichen Erklärung spricht sie von unbedachten Äußerungen sowie einem Fehler. „Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismus und seine Folgen zu verharmlosen“, erklärte sie laut Mitteilung. Sie habe auch erkannt, dass sie sich intensiver mit der Historie des Unternehmens, dessen Namen sie trägt, beschäftigen müsse.

          „Als Nachfolgegeneration haben wir Verantwortung für unsere Geschichte; ich entschuldige mich ausdrücklich bei all denen, deren Gefühle ich verletzt habe.“ Verena Bahlsen hatte der „Bild“-Zeitung gesagt: „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt.“ Ihre Aussagen hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

          Zuvor hatte sich schon das Unternehmen darum bemüht, die Wogen zu glätten. Der Gebäckhersteller, der rund 3000 Mitarbeiter beschäftigt, sei sich über das große Leid und das Unrecht bewusst, das den Zwangsarbeitern und vielen anderen Menschen im Nationalsozialismus widerfahren sei, hieß es. Er stehe zu seiner historischen und moralischen Verantwortung.

          Nach allem was bekannt ist, hatte Bahlsen zwischen 1942 und 1945 rund 200 Zwangsarbeiter beschäftigt, vor allem Frauen aus Osteuropa. Einige von ihnen hatten 1999 gegen Bahlsen geklagt, doch hatte das Landgericht Hannover ihre Forderungen nach einer Entschädigung zurückgewiesen.

          Etwa zur gleichen Zeit beteiligte sich Bahlsen wie andere Unternehmen aus Deutschland an der „Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter“. Dort brachte das Unternehmen etwa 1,5 Million Deutsche Mark ein.

          Weitere Themen

          Kinder brauchen ein dickes Fell

          Teddys aus Deutschland : Kinder brauchen ein dickes Fell

          Seit mehr als 100 Jahren stellt die Teddy Hermann GmbH Teddybären und Plüschtiere her. Wie sie sich trotz starker Konkurrenz am Markt hält.

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          Die Koalition nach den Wahlen : Warum die SPD untergeht

          Für die SPD könnte es nicht schlimmer kommen, und die Partei Helmut Kohls geht durch eine Riesenblamage. Die Abgeordneten der Koalition müssen sich fragen: Wie tief wollen wir noch sinken?

          Trauer und Jubel in Berlin : Den Grünen gehen die Superlative aus

          Während bei den Grünen die Freude über die Wahlergebnisse in Europa und in Bremen „wahnwitzig“ groß ist, ist die Stimmung bei der Union schon vor der Verkündung der Prognosen auf dem Tiefpunkt. Und bei der SPD wackelt die Parteichefin nach dem Doppeltiefschlag.

          Europawahl : Le Pens Rechtspopulisten führen in Frankreich

          Marine Le Pens Rassemblement National hat in Frankreich die Liste von Staatspräsident Emmanuel Macron überholt. Im Europaparlament werden Christ- und Sozialdemokraten ihre Mehrheit verlieren.

          SPD-Debakel in Bremen : Untergang an der Weser

          In Bremen ist das Historische geschehen: Zum ersten Mal seit 73 Jahren liegt die CDU vor der SPD, die ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik verkraften muss. Wie soll sie aus diesem Tief wieder herauskommen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.