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Vereinigte Staaten : Neuer Erfolg für Tabakindustrie vor Gericht

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Aber schön leicht muß sie schmecken... Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Das Oberste Gericht des amerikanischen Bundesstaats Illinois hat eine Sammelklage über zehn Milliarden Dollar gegen den Tabakkonzern Philip Morris abgewiesen. Das Unternehmen habe die Verbraucher mit der Bewerbung von „Light“-Zigaretten nicht betrogen.

          Der amerikanische Zigarettenhersteller Philip Morris hat ein Berufungsverfahren gegen ein Schadenersatzurteil in Höhe von 10,1 Milliarden Dollar (8,4 Mrd Euro) am obersten Landgericht des amerikanischen Bundesstaates Illinois gewonnen. Es handelte sich um eine Raucher-Sammelklage.

          Das Gericht entschied, daß Philip Morris USA nicht gegen das Verbraucherbetrugs-Gesetz von Illinois verstoßen habe. Die Handelsbehörde (FTC) habe den Unternehmen gestattet, ihre Zigaretten als „light“ (leicht) und „low tar“ (mit niedrigem Teergehalt) zu beschreiben. Daher habe Philip Morris die Kunden über die gesundheitlichen Folgen der Zigaretten nicht missbräuchlich in die Irre geführt. Das Gericht machte ein Urteil aus vorheriger Instanz rückgängig, in dem den Klägern die riesige Schadenersatzsumme zugesprochen worden war.

          Philip Morris USA ist der größte Zigarettenhersteller der Vereinigten Staaten. Es handelt sich um eine Sparte des Zigaretten- und Nahrungsmittel- Konzerns Altria.
          Die Kläger hatten behauptet, daß die Raucher im Hinblick auf die Krankheitsrisiken beim Rauchen „leichter“ Zigaretten von dem Unternehmen hinters Licht geführt worden seien. Das Gericht entschied mit vier zu zwei Richterstimmen für Philip Morris USA. Die Schadenersatzsumme wäre bei einem Sieg der Kläger höher gewesen als der gesamte Altria-Gewinn von 9,4 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr.

          Die Altria-Aktien stiegen um 6 Prozent auf ein Allzeithoch von 78 Dollar. Auch die Aktien anderer Zigarettenhersteller wie R.J. Reynolds Tobacco zogen scharf an.
          Altria sieht sich noch einer riesigen Sammelklage in Florida und einer Klage des Justizministeriums gegen Zigarettenhersteller gegenüber. In Florida handelt es sich um ein Berufungsverfahren gegen ein Schadenersatzurteil von 145 Milliarden Dollar.

          Das neue Urteil ist ein wichtiger Schritt für Altria, die Bedrohung aus juristischen Auseinandersetzungen zu minimieren: Nun sinken die Chancen für die mehreren Dutzend noch ausstehenden Sammelklagen um „Lights“-Zigaretten. Außerdem könnten nun strategische Entscheidungen fallen: Altria plant die Abspaltung der Tochtergesellschaft Kraft Foods.

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