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Abgas-Affäre : Vereinigte Staaten ermitteln gegen VW

  • Aktualisiert am

Volkswagens Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn Bild: dpa

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte muss Volkswagen offenbar strafrechtliche Konsequenzen fürchten. Amerikanische Umweltbehörden weiten ihre Untersuchungen aus.

          2 Min.

          Der deutsche Autohersteller Volkswagen muss im Skandal um gefälschte Abgaswerte offenbar auch strafrechtliche Konsequenzen fürchten. Das amerikanische Justizministerium ermittle, ob dem Konzern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen seien, meldeten der Finanznachrichtendienst Bloomberg und die Zeitung „Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf mit der Untersuchung vertraute Personen. Demnach leitet die Umweltabteilung des Justizministeriums die Ermittlungen. Das Justizministerium und VW wollten sich zunächst nicht zu den Berichten äußern. Im amerikanischen Repräsentantenhaus soll es in den kommenden Wochen eine Anhörung zu dem Fall geben.

          Die amerikanische Umweltbehörde EPA wirft dem Konzern die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und versprachen, mit der Behörde zu kooperieren. Der Konzern erließ zudem einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den Vereinigten Staaten.

          Modelle weiterer Hersteller werden getestet

          Die EPA erklärte, gemeinsam mit der kalifornischen Partnerbehörde Carb die Modelle weiterer Hersteller auf mögliche "Abschalteinrichtungen" zu überprüfen, die den Schadstoffausstoß bei offiziellen Emissionstests verringern, machte jedoch keine Angaben dazu, welche Autobauer betroffen sind. Auch die deutschen Konzerne Daimler und BMW sind auf dem amerikanischen Markt mit Diesel-Fahrzeugen vertreten. Die Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren für die sogenannte "Clean Diesel"-Technologie geworben und amerikanischen Autokäufern den Motorentyp als sparsame und umweltfreundliche Alternative präsentiert.

          Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt forderte von der VW-Konzernführung ein entschlossenes Krisenmanagement. "VW muss jetzt als erstes das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen, das heißt: vollumfängliche Aufklärung und Transparenz verbunden mit einem Signal, wie man möglichen Schaden beheben will", sagte der CSU-Politiker der Zeitung "Bild" vom Dienstag. Ein vorangegangenes Gespräch mit VW-Chef Martin Winterkorn bezeichnete Dobrindt als "sehr konstruktiv".

          Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnte vor schmerzhaften Folgen für das Unternehmen und die deutsche Wirtschaft. "Der Imageschaden wird VW nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch global teuer zu stehen kommen", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher derselben Zeitung. "Damit werden auch Jobs bei VW und vielen Zulieferern in Deutschland gefährdet sein." Fratzscher forderte, es müsse nun dringend um Schadensbegrenzung für VW und für die deutsche Exportwirtschaft gehen.

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