https://www.faz.net/-gqe-zfim

Vereinbarung : Ford sichert deutsche Standorte

  • Aktualisiert am

Zwei Monate nach der Markteinführung des neuen Ford Focus kündigte das Unternehmen an, dass auch die kommende Modellgeneration des Kompaktwagens in Saarlouis gebaut werde Bild: dapd

Ford schließt bis 2017 betriebsbedingte Kündigungen für seine deutschen Standorte aus und will über 700 Mitarbeiter einstellen. Der Fiesta soll ausschließlich in Köln hergestellt werden.

          Ford schließt bis 2017 betriebsbedingte Kündigungen für seine deutschen Standorte aus. Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat einigten sich außerdem auf langfristige Produktionszusagen für die beiden Werke in Köln und Saarlouis.

          Dieses und nächstes Jahr will Ford in Deutschland „weit über 500 Ingenieure“ einstellen. Insgesamt sind binnen der nächsten zwölf Monate 700 Neueinstellungen geplant. „Da Facharbeiter und Ingenieure heute auf dem Arbeitsmarkt Mangelware sind, wird dies ein Wettlauf gegen die Zeit und die Konkurrenz“, sagte am Dienstag der Gesamtbetriebsratschef Dieter Hinkelmann. „Der Bedarf ist groß, da die Personalpolitik des Unternehmens in den letzten Jahren zu wenig auf die Bedürfnisse der Zukunft ausgerichtet war.“

          20 neue Modelle und Überarbeitungen

          Ford hat in Deutschland 24 000 Beschäftigte und einen Marktanteil von 7,2 Prozent. Europaweit ist Ford nach eigenen Angaben der zweitgrößte Autohersteller, nach VW. Im ersten Quartal dieses Jahres erzielte Ford Europa einen Gewinn von 293 Millionen Dollar, 107 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum.

          Der Chef der Ford-Werke GmbH, Bernhard Mattes, sagte: „Wir stärken den deutschen Ford-Standort nachhaltig und sehr langfristig.“ In der Vereinbarung zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat wurde festgeschrieben, dass Köln ab Herbst nächsten Jahres die ausschließliche Fertigungsstätte für den Fiesta wird, der zurzeit auch noch im spanischen Valencia produziert wird. Auch die für 2014 geplante nächste Fiesta-Generation soll aus Köln kommen.

          Saarlouis baut weiter den Ford Focus und dazu künftig auch den ersten rein batterie-elektrischen Pkw von Ford, ebenfalls ein Focus. Die nächste Modellgeneration des Ford Focus soll ebenfalls in Saarlouis gebaut werden. In Valencia werden künftig neben der Produktion des Ford C-MAX und Grand C-MAX auch die nächste Generation des Ford Kuga und der neue Ford Transit Connect gebaut. Auch in den beiden Werken in Rumänien und in der Türkei sei die Produktion gesichert, sagte Mattes. Ford werde in Europa in den kommenden drei Jahren 20 neue oder komplett überarbeitete Fahrzeugmodelle einführen.

          Die neue Vereinbarung gebe den Ford-Beschäftigten große Planungssicherheit, sagte Hinkelmann. „Die Belegschaft sammelt jetzt die Früchte ein für ihre Zugeständnisse vor fünf Jahren.“ 2006 hatten die Beschäftigten auf Lohnsteigerungen verzichtet.

          Weitere Themen

          Kein Sonnenkönig

          Max-Planck-Gesellschaft : Kein Sonnenkönig

          Martin Stratmann ist gänzlich frei von Allüren eines Alleinherrschers. Darin unterscheidet er sich von seinen Vorgängerinnen. Nun stellt der Korrosionsforscher die Max-Planck-Gesellschaft neu auf.

          Topmeldungen

          Koalitionsgipfel im Kanzleramt : Ist die Lösung in Sicht?

          Rund 20 Stunden ringen die Spitzen der Koalition im Kanzleramt schon um die Klimastrategie der Bundesregierung – jetzt scheint sich eine Einigung anzudeuten. Die Verhandlungen über einen CO2-Preis seien „auf der Zielgerade“, sagte Unions-Fraktionsvize Jung.
          Betreuung boomt: 90 Prozent aller Eltern schicken ihre Kinder in die Kita.

          Kita-Ausbau : Erfolg und Scheitern liegen nah beieinander

          Mehr Geld, mehr Plätze, mehr Arbeit: Der Kita-Ausbau ist ein sozialstaatliches Mammutprojekt. Kann Betreuung dabei pädagogisch wertvoll bleiben? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.