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Tarifverhandlungen : Verdi fordert Homeoffice für Bankangestellte

Multitasking: Mitarbeiterin im Homeoffice Bild: dpa

Die Dienstleistunggewerkschaft will ein Recht auf Homeoffice in den Tarifverträge für Bankmitarbeiter festschreiben lassen. Als systemfremd weisen das die Arbeitgeber zurück.

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          In den nächste Woche beginnenden Tarifverhandlungen der Banken zeichnen sich harte Fronten ab. Die Gewerkschaft Verdi geht unter anderem mit einer Forderung nach 4,5 Prozent mehr Lohn und einem Anspruch der Arbeitnehmer auf Home-Office in die Verhandlungen. Die Beschäftigten sollten demnach einen Anspruch darauf haben, bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit oder drei Tage in der Woche mobil zu arbeiten, beispielsweise von zu Hause aus.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für Filialbeschäftigte und andere Mitarbeiter, bei denen die Präsenz vor Ort erforderlich ist, sollten die Institute individuelle Lösungen entwickeln und Ausgleichsmöglichkeiten anbieten, sagte Verdi-Bundesvorstand Christoph Schmitz am Freitag auf Nachfrage. Nach Vorstellung der Gewerkschaft sollen die Banken zudem eine Erstausstattungspauschale von 1500 Euro zahlen, aus der sie ihr Homeoffice zum Beispiel mit neuen, ergonomischen Möbeln ausstatten können. Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck sagte, er erwarte harte Verhandlungen.

          Die Banken-Arbeitgeber wiesen die Gehaltsforderungen umgehend als „unrealistisch“, den Ruf nach einem Homeoffice-Anspruch sogar als „systemfremd“ zurück. „Wir sollen einen massiven Eingriff in das gesetzlich garantierte Direktionsrecht des Arbeitgebers akzeptieren und diesen auch noch finanzieren. Das ist mit uns nicht zu machen“, sagte Sabine Schmittroth, die als Commerzbank-Vorstand die Verhandlungsrunde für den Arbeitgeberverband anführt. Mit Blick auf die Lohnforderung sagte sie: „Die Banken bleiben auf Jahre hinaus auf der Kosten- und der Ertragsseite unter Druck, und wir haben es zurzeit mit so vielen Risiken und Unsicherheiten zu tun wie lange nicht.“ Strikte Kostendisziplin bleibe das oberste Gebot.

          Nach sehr zähen Verhandlungen in der letzten Gehaltsrunde vor zwei Jahren müssen die Gewerkschaften dieses Mal erstmals getrennt mit den öffentlichen und den privaten Banken verhandeln, stellen aber ähnliche Forderungen. Insgesamt geht es um 200.000 Arbeitnehmer.  

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