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Verdacht auf Marktmanipulation : Staatsanwaltschaft durchsucht Hypo Real Estate

  • Aktualisiert am

Stark von der Finanzkrise betroffen: der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Bild: AP

Die Staatsanwaltschaft München hat Büroräume des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate durchsucht. Betroffen seien Büros der Bank sowie Privaträume und Büros von früheren Vorständen und des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden. Es gehe um den Verdacht auf Marktmanipulation.

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          Die Staatsanwaltschaft München hat den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate durchsucht. Betroffen gewesen seien Büros der Bank sowie Privaträume und Büros von früheren Vorständen und des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

          Dabei handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Vorstandsmitglieder aus der Zeit von November 2007 bis September 2008 sowie um den ehemaligen
          Aufsichtsratschef. Der frühere Vorstandschef Georg Funke und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Viermetz waren im Oktober zurückgetreten, nachdem die Bank im Zuge der Finanzkrise nur durch ein staatliches Rettungspaket gerettet werden konnte.

          Es gehe um den Verdacht auf Marktmanipulation und unrichtige Darstellungen nach dem Aktiengesetz. Geprüft werde auch der Vorwurf der Untreue, hieß es.

          „Umfangreiches Material sichergestellt“

          An den Durchsuchungsaktionen seien 15 Staatsanwälte sowie 65 Beamte des Landeskriminalamtes und verschiedener Polizeibehörden beteiligt gewesen. Auch zwei Beamte der Finanzaufsicht Bafin seien hinzugezogen worden. „Bereits jetzt wurde umfangreiches Material sichergestellt“, hieß es. Die Sicherung elektronischer Daten dauere noch an.

          Die Hypo Real Estate war im Zuge der Finanzkrise in eine existenzielle Notlage geraten und muss mit massiven Hilfsmaßnahmen gestützt werden. Als erste deutsche Bank erhielt sie staatliche Garantiezusagen in zweistelliger Milliardenhöhe. Außerdem beansprucht sie Garantien aus dem Finanzmarktstabilisierungsfonds.

          Strafanzeige der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

          Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hatte eine Strafanzeige gegen Verantwortliche des Dax-Konzerns bei der Staatsanwaltschaft München gestellt wegen des Verdachts des Betrugs und der fehlerhaften Kapitalmarktinformation durch das Institut.

          Außerdem liege möglicherweise ein Verstoß gegen das Verbot der Marktmanipulation vor, hatten die Aktionärsschützer erklärt. Auch eine Reihe von Privatleuten erstatteten Anzeige mit Verweis auf die Medienberichterstattung.

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