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Verdacht auf Insiderhandel : Justiz ermittelt gegen deutschen EADS-Manager

  • Aktualisiert am

Soll 200.000 Euro Kautionzahlen: Andreas Sperl Bild: AFP

Seit Monaten stehen ehemalige EADS-Manager unter dem Verdacht des Insiderhandels. Sie sollen im Wissen um drohende Lieferverzögerungen beim Superjumbo A380 massiv Aktien verkauft haben, bevor die Pannen bekanntgegeben wurden und der Aktienkurs abstürzte. Jetzt nimmt die Justiz erstmals einen aktiven EADS-Manager aufs Korn.

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          Wegen mutmaßlicher Insidergeschäfte hat die französische Justiz erstmals Ermittlungen gegen einen amtierenden Manager des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS eingeleitet. Gegen den Leiter des EADS-Werkes in Dresden, Andreas Sperl, sei am Freitag in Paris ein Verfahren eröffnet worden, teilten Justizvertreter mit.

          Er könne gegen eine Kaution von 200.000 Euro wieder auf freien Fuß kommen. Sperl war früher Finanzchef bei der EADS-Tochter Airbus und soll seinerzeit mit Insiderwissen Aktien verkauft haben. Dabei geht es um die mögliche Kenntnis von nicht veröffentlichten Finanzprognosen und die Lieferprobleme beim Super-Airbus A380.

          Sperl hat angeblich mit Insidergeschäften ein Gewinn von 816.000 Euro gemacht

          Der 61 Jahre alte Sperl war zur Befragung durch die Ermittler am Mittwoch in Paris in Polizeigewahrsam genommen worden. Der heutige Leiter der Elbe-Flugzeugwerke (EFW) hat nach Angaben der französischen Finanzaufsicht einen Gewinn von 816.000 Euro gemacht, als er Ende 2005 und Anfang 2006 knapp 59.000 EADS-Aktien abstieß. Neben Sperl stehen weitere 16 EADS-Manager unter Verdacht, von denen elf noch auf ihrem Posten sind, darunter auch der heutige Airbus-Chef Thomas Enders. Alle Betroffenen weisen die Vorwürfe zurück.

          Verdacht auf Insiderhandel : Früherer Airbus-Chef gegen eine Million Euro Kaution frei

          Die französische Justiz ermittelt bereits gegen den früheren deutschen Airbus-Chef Gustav Humbert, den ehemaligen Strategie- und Marketingchef Jean-Paul Gut und den früheren Co-Chef Noël Forgeard. Alle drei wurden gegen Kautionen zwischen 350.000 und einer Million Euro wieder auf freien Fuß gesetzt.

          EADS hatte dem Leiter der Dresdner Flugzeugwerke nach der vorläufigen Festnahme am Mittwoch das Vertrauen ausgesprochen. Sperl habe wie alle Manager, die sich in der Affäre um angebliche Insidergeschäfte „ungerechtfertigten Behauptungen“ ausgesetzt sähen, die Unterstützung des Verwaltungsrats, erklärte der Konzern.

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