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Verdacht auf Insiderhandel : Früherer EADS-Chef Noël Forgeard in Gewahrsam

  • Aktualisiert am

Forgeard trifft bei der französischen Ermittlungsbehörde ein Bild: AFP

Der frühere Ko-Vorstandsvorsitzende des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Noël Forgeard, ist in Gewahrsam genommen worden. Er werde wegen des Verdachts auf Insiderhandel verhört. Ohne richterlichen Beschluss darf er bis zu 48 Stunden lang festgehalten werden.

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          In der Affäre um mögliche Insidergeschäfte beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist der ehemalige Konzernchef Noël Forgeard vorläufig festgenommen worden. Der 61-Jährige sei bei seiner Vernehmung durch Finanzermittler in Polizeigewahrsam genommen worden, teilten Justizvertreter am Mittwoch in Paris mit. Damit können die Ermittler Forgeard ohne richterlichen Beschluss 48 Stunden festhalten und befragen.

          Forgeard wird wie anderen Managern bei EADS und der Tochter Airbus vorgeworfen, 2005 und 2006 Aktien mit Insiderwissen verkauft zu haben. Dabei geht es unter anderem um das Wissen um die Lieferverzögerungen beim Großraumjet A380.

          Aktien im Wer von 4,3 Millionen Euro verkauft

          Forgeard hatte von 2005 und 2006 als Ko-Vorstandsvorsitzender an der EADS-Spitze gestanden und war zuvor sieben Jahre lang Airbus-Chef gewesen. Ein Untersuchungsbericht der französischen Börsenaufsicht AMF wirft ihm vor, schon am 3. November 2005 von internen Dokumenten gewusst zu haben, in denen die finanziellen Aussichten des Konzerns deutlich nach unten korrigiert wurden.

          Verdacht auf Insiderhandel : Früherer EADS-Chef Noël Forgeard in Gewahrsam

          Forgeard hatte dann am 17. November 2005 und dann nochmals am 9. und 15. März 2006 insgesamt 360.000 EADS-Aktien im Wert von insgesamt 4,3 Millionen Euro verkauft. Am 13. Juni 2006 gab EADS dann die Lieferverzögerungen beim Airbus A380 bekannt, was den Kurs der Aktie um mehr als ein Viertel einbrechen ließ. Kurz darauf trat Forgeard zurück.

          Bislang noch kein Manager strafrechtlich verfolgt

          In der Insideraffäre hat Forgeard immer seine Unschuld beteuert. Am Ende des Polizeigewahrsams müsste er entweder freigelassen oder einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Nur dieser könnte entscheiden, ob gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

          Bisher wird noch kein EADS- oder Airbus-Manager in der Affäre strafrechtlich verfolgt. Die Ermittlungen richten sich gegen unbekannt. In dem Bericht der Börsenaufsicht werden 16 weitere Manager möglicher Insidergeschäfte beschuldigt, darunter auch der heutige Airbus-Chef Thomas Enders, der damals neben Forgeard Ko-Chef von EADS war.

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