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Nicht erstattete Tickets : Verbraucherzentrale verklagt Lufthansa

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Die Verbraucherzentrale klagt wegen nicht erstatteter Tickets. Bild: AFP

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht gegen die deutsche Fluggesellschaft wegen nicht erstatteter Flugtickets vor Gericht. Vorherige rechtliche Schritte waren demnach erfolglos geblieben.

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          Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verklagt die Lufthansa wegen nicht erstatteter Flugtickets. Sie habe Deutschlands größte Fluggesellschaft zunächst mit einer Unterlassungserklärung aufgefordert, Verbraucher über die ihnen zustehenden Rechte zu informieren, das Recht auf Rückerstattung nicht zu verschweigen und den Flugpreis innerhalb der gesetzlichen Frist zurückzuzahlen, erklärten die Verbraucherschützer in Stuttgart am Montag. Da das Unternehmen nicht auf die Abmahnung reagiert habe, habe die Verbraucherzentrale nun Klage vor dem Landgericht Köln erhoben. Lufthansa erklärte, zu laufenden Verfahren äußere sich der Konzern nicht; die Fluggesellschaft verwies aber auf Erstattungen an 6,6 Millionen Kunden bis Mitte September im Wert von rund 2,8 Milliarden Euro.

          Die gesetzliche Regelung sei klar, betonte die Verbraucherzentrale: Storniert ein Anbieter schon bezahlte Flüge, muss er seine Kunden darüber informieren, dass sie ihr Geld zurückfordern oder freiwillig einen Gutschein annehmen können. Entscheiden Verbraucher sich für die Rückzahlung, muss das Unternehmen innerhalb von sieben Tagen den Flugpreis erstatten. Verbraucherbeschwerden zeigten jedoch, dass sich die Lufthansa derzeit kaum an diese Regelungen halte und Rückzahlungen „verschleiert und verschleppt“, kritisierten die Verbraucherschützer.

          Termin für Verhandlung steht noch aus

          Mit ihrem Verhalten versuche die Lufthansa, „mit allen Mitteln“ eine Rückzahlung schon gezahlter Flugtickets zu verhindern, das sei der Eindruck der Verbraucherzentrale. „Verbraucher, die nicht wissen, dass sie einen Anspruch auf die Rückzahlung haben, werden durch die falschen Informationen getäuscht“, kritisierte der Reiseexperte der Verbraucherzentrale, Oliver Buttler. Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit vielen Anbietern in der Reisebranche schwer zusetze: Gerade ein Unternehmen, das durch staatliche Mittel massiv unterstützt wird, dürfe sich nicht so vor seiner Verantwortung und vor seinen gesetzlichen Pflichten drücken.

          Lufthansa erklärte, die Klageschrift habe den Konzern bislang nicht erreicht. Die Zahl der noch offenen Ticketerstattungen sei auf 900.000 Vorgänge gesunken. Im Schnitt seien in der vergangenen Woche 1800 Erstattungen in der Stunde ausgezahlt worden. Allerdings entstünden "fortlaufend" immer neue Erstattungsansprüche, weil Flüge gestrichen werden müssten oder Passagiere stornierten. "Derzeit erreichen Lufthansa dreimal so viele Anträge wie noch vor der Pandemie." Daher werde sich die Zahl der offenen Erstattungsanträge weiter "dynamisch" entwickeln – in den kommenden Wochen weiter abnehmen, aber niemals gänzlich null erreichen.

          Ein Termin für die Verhandlung vor dem Kölner Landgericht steht laut Verbraucherzentrale derzeit noch nicht fest.

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