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Autobahn-Ratsstätten : Verbraucherschützer werfen Tank & Rast Abzocke vor

  • Aktualisiert am

Eine Frau kauft auf der Autobahn-Raststätte von Tank & Rast in Siegburg ein. Bild: dpa

95 Prozent der deutschen Autobahnraststätten werden von Tank & Rast betrieben. Aus Sicht der Verbraucherzentralen nutzt das Unternehmen seine Monopolstellung „schamlos“ aus.

          Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat dem Raststättenkonzern Tank & Rast Abzocke vorgeworfen. Das Unternehmen habe mit 460 Tankstellen und 410 Raststätten inzwischen quasi eine Monopolstellung, hieß es im Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntagausgabe). „Die Zwangslage der Reisenden auf der Autobahn wird schamlos ausgenutzt“, warf vzbv-Vekehrsexpertin Marion Jungbluth dem Unternehmen vor.

          Kritisiert wurden überhöhte Preise an den Tankstellen und in den Raststätten. Auch der Automobilclub ACE äußerte gegenüber dem „Tagesspiegel“ den Verdacht, dass Tank und Rast „seine Marktmacht zu Lasten der Allgemeinheit missbraucht“.

          Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher verwies gegenüber dem „Tagesspiegel“ auf sein Franchisemodell als Betreiber. Demnach habe Tank & Rast grundsätzlich keinen Einfluss auf die Preise in Restaurants und an den Tankstellen.

          Subventioniert der Bund das Monopol?

          Kritiker verweisen allerdings auf hohe Zahlungen an Tank & Rast für das Recht, an den Raststätten Tankstellen oder Geschäfte zu betreiben, die deren Inhaber dann über hohe Preise an die Kunden weitergeben würden.

          Eigentümer von Tank & Rast sind neben der Allianz und dem Munich-Re-Vermögensverwalter Meag auch Fonds aus Abu Dhabi und China. Die Konzessionsdauer beträgt 30 Jahre, Tank & Rast zahlt dem Bund dafür jährlich eine gesetzlich festgelegte Gebühr von höchstens 3 Prozent des Umsatzes. Wie die F.A.Z. berichtete, betrug diese Gebühr in den Jahren 2016 und 2017 etwa 16 Millionen Euro im Jahr.

          Die Partei “Die Linke“ hat indes auf eine Diskrepanz hingewiesen zwischen der Gebühr und den zuletzt mit 100 Millionen Euro rund sechsmal so hohen Steuermitteln, die der Bund in Bau und Ertüchtigung von Zu- und Abfahrten sowie Parkplätzen steckt. Damit subventioniert man nach Darstellung der Linken das Monopol von Tank & Rast, wo – das machen Preisvergleiche deutlich – für Tanken und Verpflegung tatsächlich weit mehr als an den an Ausfahrten gelegenen Autohöfen gezahlt werden muss.

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