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Verbotene Preisabsprachen : Hohe Strafe für Badezimmer-Kartell

  • Aktualisiert am
Teure Toiletten: Die Preise wurden jahrelang abgesprochen
          1 Min.

          Mit überhöhten Preisen hätte das Kartell Bau- und Handwerksunternehmen ebenso geschadet wie den Verbrauchern, sagte Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia am Mittwoch in Brüssel. Nach Ansicht der EU-Kommission haben die 17 Firmen zwischen den Jahren 1992 und 2004 die Preise für Sanitärkeramik, Wasserhähne und Duschwände künstlich hoch gehalten.

          Die Firmen hätten die Preise im Detail abgesprochen. Mehr als 250 Mal hätten sich Firmenvertreter getroffen, alleine mehr als 100 Mal in Deutschland, aber auch in Österreich, Italien, Belgien, Frankreich und in den Niederlanden. Über ihr rechtswidriges Vorgehen verständigten sich die Firmen am Rande von Tagungen ihrer Branchenverbände.

          Die höchste Strafe brummte die Kommission mit 326 Millionen Euro dem amerikanischen Hersteller Ideal Standard auf. Villeroy & Boch muss 71,5 Millionen Euro zahlen. Auch die deutschen Hersteller Grohe, Duravit, Hansa, Kludi und Dornbracht gingen den Wettbewerbshütern ins Netz.

          Im Rahmen der Kronzeugenregelung wurde der amerikanischen Firma Masco die Geldbuße vollständig erlassen, da sie als erstes Unternehmen auspackte. Auch Grohe wurde die Geldbuße um ein Drittel erlassen, weil das Unternehmen mit der EU-Kommission zusammenarbeitete.

          Bei fünf Unternehmen wurde die Strafe ermäßigt, weil sie in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken. Die betreffenden Firmen wären angesichts ihrer finanziellen Lage vermutlich nicht in der Lage gewesen, die volle Geldbuße zu bezahlen, erklärte Almunia. So hatten einige Kartellsünder erklärt, sie würden pleitegehen, wenn sie die üblichen hohen Summen zahlen müssten. „Es geht in der Wettbewerbspolitik nicht darum, Unternehmen den Todesstoß zu versetzen“, betonte Almunia. Doch dies dürfe nicht falsch verstanden werden: „Ich bin keineswegs nachsichtig, sondern knallhart gegenüber Kartellsündern.“

          Nach der Kartellstrafe sind die Aktien von Villeroy & Boch am Mittwoch kräftig eingebrochen. Die Titel des Keramikherstellers brachen zeitweise um über 20 Prozent ein.

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