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Verbote, Negativ-Berichte : Chinas Regierung kämpft gegen Windows

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Nicht mehr in Jiangsu: Die Provinz will keine Rechner mit Windows 8 mehr. Bild: AFP

Staatsmedien haben sich auf amerikanische Konzerne eingeschossen, weil die zu eng mit Geheimdiensten gearbeitet haben sollen. Das neueste Betriebssystem von Microsoft ist nicht mehr gern gesehen.

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          China sucht Ersatz für Dienste und Geräte amerikanischer Technologiekonzerne. Nach Ansicht der Volksrepublik sind die Leistungen und Produkte der Konzerne aus den Vereinigten Staaten nicht mehr sicher genug, seit der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden enthüllte, dass Daten von Konzernen wie Google und Apple bei Sicherheitsdiensten gelandet waren. Am Mittwoch bekam der Softwarekonzern Microsoft die Absetzbewegungen Chinas zu spüren.

          Die Administration der Provinz Jiangsu gab bekannt, fortan keine Computer mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 8 mehr zu beschaffen. Aus Sicht der Verantwortlichen stehen Sicherheitsrisiken einer weiteren Beschaffung entgegen. Doch die Entscheidung auf Windows-Computer zu verzichten, dürfte nicht allein in Jiangsu getroffen worden sein.

          Schon im Mai war Windows 8 auf Computern der chinesischen Regierung verboten worden. Am Donnerstag wurden im chinesischen Staatsfernsehen CCTV auch die Bürger vor Windows 8 gewarnt. In einer Nachrichtensendung am Mittag kamen als Fachleute bezeichnete Personen zu Wort, die die Sicherheit des Betriebssystems in Frage stellten.

          Auch Dienste von Konzernen wie IBM, Oracle und Cisco werden in China gerade durch einheimische Anbieter ersetzt. Die Volksrepublik versucht konsequent, in immer mehr Wirtschaftsbereichen ihre Abhängigkeit vom Einfuhren ausländischer Produkte zu reduzieren. Allerdings hat die Volksrepublik bei IT-Produkten von spezieller Software bis zu Hochleistungservern nach Ansicht von Fachleuten noch nicht zur Weltspitze aufgeschlossen.

          Auch andere Staatsmedien schossen sich am Mittwoch auf amerikanische Konzerne ein. Unternehmen wie Google, Apple, Yahoo, Microsoft und Facebook bedrohten die Sicherheit des Landes und seiner Internet-Nutzer, hieß es in einem Onlinedienst der Zeitung "People's Daily". Ähnliches stand auf der Titelseite der englischsprachigen Tageszeitung "China Daily". Die Staatsmedien forderten zudem Strafen für die Konzerne aus Amerika wegen Cyber-Spionage im Auftrag der Vereinigten Staaten.

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