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Maschinenbau : Deutschland ist zweitgrößter Plagiator

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Besonders dreiste Fälschungen kommen trotzdem aus China: Rechts ein Druckmesser, der schon Druck anzeigt, bevor er angeschlossen ist. Links das Original. Bild: Aktion Plagiarius

Die Maschinenbauer leiden unter Fälschungen. Aber nicht alle kommen aus China. Auf Platz zwei der Herkunftsländer steht die Bundesrepublik.

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          Zum Schmunzeln ist keinem Unternehmer, wenn er auf Messen oder bei seinen Kunden auf eine Fälschung seiner Produkte stößt – auch wenn manche Fälschungen ein Schmunzeln hervorrufen. So befand sich unter den diesjährigen Plagiarius-Preisträgern ein in China nachgebautes Druckmessgerät des Unternehmens Wika, „das schon einen Druck anzeigt, bevor es überhaupt irgendwo angeschlossen ist“,  erläutert Steffen Zimmermann, Geschäftsführer der AG Produkt- und Know-how-Schutz im Maschinenbauverband VDMA.

          Solche Fälschungen sind wenigstens leicht zu identifizieren, aber so einfach machen es die Kopisten den Unternehmen nicht immer. Geschätzt rund 7,9 Milliarden Euro Schaden oder 3,8 Prozent des Umsatzes verursachen Produkt- und Markenpiraten im deutschen Maschinenbau jedes Jahr, lautet das Ergebnis einer  VDMA-Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen. Das ist zwar kein höherer absoluter Wert als in der Vorläuferstudie aus 2012.

          Aber was die Maschinenbauer erschreckt: Fälschungen kommen häufig aus Deutschland (Rang 2, allerdings mit großem Abstand zu China), und es geht dabei keineswegs nur um „weiche Plagiate“ wie abgekupferte Kataloge oder Muster. Rivalen aus dem Inland bauen immer häufiger auch ganze Maschinen oder Komponenten nach – also genau das, was man in erster Linie den chinesischen Fälschern nachsagt. „Diese Hightech-Plagiate zeigen, dass die Gefahr im eigenen Land sehr ernst zu nehmen ist“, betont Zimmermann.

          Auch deshalb ist der Maschinenbauverband nun eine ungewöhnliche Kooperation eingegangen. Auf der Hannover Messe  wurde eine Vereinbarung mit dem Bundesverfassungsschutz unterzeichnet, die zum Ziel hat, dass mehr Unternehmen sich an diese Behörde wenden, wenn sie einen Verdacht auf Industriespionage haben.

          Ob die Mittelständler sich tatsächlich trauen, die „Schlapphüte“ anzurufen, wenn sie Arges befürchten, muss sich zwar erst noch zeigen. Aber der Vorteil des Verfassungsschutzes sei, dass er im Gegensatz zur Polizei ein Delikt nicht nachverfolgen muss, heißt es im Verband. Sprich: der Geheimdienst kann Informationen an ein von Spionage betroffenes Unternehmen weitergeben; was damit anschließend passiert ist Sache der Betriebsleitung.

          Denn obwohl die meisten Unternehmen die illegalen Nachbauten ihrer Produkte beklagen und sich Marken- und Patentschutzrechte eintragen lassen, zögern doch viele mit der Verfolgung von Delikten. In gut 40 Prozent der entdeckten Plagiatsfälle ergreifen die Unternehmen keine weiteren Maßnahmen, sagt Zimmermann. Das liege auch daran, dass viele Fälle über das Internet auftauchen, wo die Fälschungen vertrieben werden – und nur mit großem Aufwand nachverfolgt werden können.

          Auch die Kosten für den Plagiatsschutz werden spielen eine immer größere Rolle. Mehr als einem Viertel der Betriebe ist es zu teuer, intelligente Sicherungssysteme anzubringen, die zum Beispiel rund um den Globus die Herkunft und Echtheit eines Teils binnen Sekunden nachvollziehbar machen.

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