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Schwäbischer Batteriefertiger : Varta und Samsung legen Streit bei

Varta-Produktion in Nördlingen Bild: EPA

Wichtige Patentstreitigkeiten zwischen Varta und Samsung sind beigelegt – und ein Liefervertrag ist unter Dach und Fach. Die Anleger sind begeistert.

          2 Min.

          Der Batteriehersteller Varta hat wichtige Patentstreitigkeiten beigelegt: Samsung hat schon eingelenkt und einem langfristigen Liefervertrag mit Varta zugestimmt, mit Jabra steht man offenbar in aussichtsreichen Gesprächen. Für die Anleger ist das eine Gelegenheit zuzugreifen: im Handelsverlauf am Montag stieg der Kurs der Varta-Aktie um mehr als 10 Prozent auf rund 105 Euro. Samsung gehört schon bisher zu den wichtigsten vier Kunden von Varta, die insgesamt für rund 90 Prozent des Umsatzes stehen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Wir freuen uns, dass wir die Geschäftsbeziehungen mit Samsung noch einmal intensivieren können“, kommentiert Varta-Vorstandschef Herbert Schein die Einigung. Die nun ausgehandelte Lieferbeziehung sieht vor, dass der Batteriespezialist mit Sitz in Ellwangen (Baden-Württemberg) „in den kommenden Jahren der Hauptlieferant für wiederaufladbare Batterien der Headsets von Samsung“ sein wird. „Das stärkt unsere führende Position als Hersteller von innovativen und leistungsstarken Batterien für Premium-Wearables“, lässt sich Schein in einer Mitteilung des Unternehmens zitieren.

          Diese starke Stellung von Varta schien akut gefährdet, als im Januar offenbar wurde, dass in so manchem Headset Akkus stecken, die zwar genauso aussehen wie die Winzlinge aus Baden-Württemberg, aber doch von anderer Qualität sind. Dabei geht es um Produktionsdetails wie etwa den Zellaufbau, aber auch um die Art und Weise, wie die Zelle geschlossen wird.

          Investitionsprogramm im Volumen von 330 Millionen Euro

          Der Qualitätsunterschied zeigt sich darin, dass Varta trotz einer sehr dünnen Edelstahlhülle eine sehr dichte Schließung der Batterie schafft. Als Verbraucher würde man den Unterschied kaum erkennen, die Spezialisten von Varta, die regelmäßig Konkurrenzanalysen machen und die Zellen röntgen oder mit dem Computertomographen untersuchen, waren freilich alarmiert: Da gab es plötzlich Akkus der chinesischen Hersteller Mic Power und Eve, die nach dem Varta-Prinzip produziert wurden, und zwar nicht nur in Produkten von Samsung, sondern auch von Jabra.

          „Das war die Short-Seller-Attacke im Januar“, erinnert sich der für Anlegerbeziehungen verantwortliche Varta-Manager Bernhard Wolf an den Kurssturz im Januar: Die monopolartige Stellung von Varta, die mit ihren Akkus nicht zuletzt auch Lieferant für die Airpods von Apple sind, schien schlagartig Vergangenheit. Entsprechend drastisch reagierte Varta, erhob Patentklage gegen die Hersteller wie auch gegen Händler, sowohl in Deutschland wie auch in den Vereinigten Staaten: „Wir wollten die Produkte möglichst schnell vom Markt haben“, sagt Wolf. In der klassischen Reaktion auf solche Patentstreitigkeiten kassierte Varta Gegenklagen.

          Einen Etappensieg hat Varta im Frühjahr schon in China errungen, als ein chinesisches Gericht feststellte, dass die Patente von Varta sehr wohl gültig sind. Mit der Einigung mit Samsung auf einen Liefervertrag sind alle Patentklagen von beiden Seiten obsolet. Gespräche mit anderen Herstellern von Wearables laufen. Die größte Herausforderung für Varta sei es, die notwendige Kapazität für den schnell wachsenden Markt zur Verfügung zu stellen, sagt Wolf.

          Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 362 Millionen Euro erzielte, hat für dieses Jahr ein Investitionsprogramm im Volumen von 330 Millionen Euro. Ein Zehntel davon entfällt auf das Zukunftsgeschäft mit Elektromobilität. Die Fertigungskompetenz für Lithium-Ionen-Batterien soll Varta aus der Knopfzellen-Dimension auch im Autobereich helfen, erwartet das Wirtschaftsministerium, weshalb Varta eine staatliche Förderung von 300 Millionen Euro erhält. Varta hat im Gegenzug zugesagt, bis Ende 2021 an seinen deutschen Standorten 1000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

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