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UV-C-Lampen : Im Geist der AEG

Ein Mitarbeiter von den Stadtwerken München, installiert an einer Rolltreppe im S- und U-Bahnhof Marienplatz UV-Lampen Bild: dpa

Hundert Jahre später erlebt das von der Öffentlichkeit kaum beachtete Geschäft mit UV-C-Lampen einen zweiten Frühling. Damit wird gerade ein neues Kapitel im dicken Buch des wissenschaftsbasierten Unternehmertums aufgeschlagen.

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          Und wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer, auch nicht die Briten; ein Berliner war’s. Der Physiker Leo Arons machte sich 1892 daran, eine Quecksilberbogenlampe zum Nachweis elektrischer Wellen zu bauen. Zehn Jahre später stieg der Elektrokonzern AEG ein, finanzierte seine Forschung und ging mit den Ergebnissen an den Markt. Erst baute man Geräte für die Wissenschaft, dann für die Reinigung von Kliniken. Denn die UV-Strahlung der Lampen tötet jeden Keim. Konzerne wie AEG und Heraeus wussten das zu nutzen.

          Bei ihnen ging Forschung und Unternehmertum Hand in Hand. Hundert Jahre später erlebt das von der Öffentlichkeit kaum beachtete Geschäft mit UV-C-Lampen einen zweiten Frühling. Als Wissenschaftler in diesem März herausfanden, dass UV-C-Strahlen auch Coronaviren ausschalten, standen deutsche Forscher wieder in der ersten Reihe. Sie kommen von Fraunhofer, Osram und Heraeus. Seit Jahren sind die Forscher dabei, an die Stelle altbewährter Quecksilberlampen moderne, giftfreie und flexibel einsetzbare LED-Systeme zu setzen. Damit schlagen sie gerade ein neues Kapitel im dicken Buch des wissenschaftsbasierten Unternehmertums hierzulande auf – ganz im Geist von Arons und der AEG.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.

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