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Grüner Lebensstil : Lesen für ein besseres Leben

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Glückliche Bienen Bild: dpa

Utopia.de ist nach eigenen Angaben die Nummer eins unter den deutschen Internetseiten, die über Nachhaltigkeit und grünen Konsum berichten.

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          Viele Menschen wollen ein umweltfreundlicheres Leben führen. Darüber informieren können sie sich auf der Internetseite der Münchner Utopia GmbH. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen die Nummer eins unter den deutschen Internetseiten, die über Nachhaltigkeit und grünen Konsum berichten.

          Die Utopia GmbH wurde 2007 von Claudia Langer gegründet. „Wir wollen keine Probleme benennen, sondern einladen, etwas anders zu machen“, erklärt Geschäftsführerin Meike Gebhard. Auf der Seite finden Leser Artikel über Themen wie Mobilität, Umweltschutz, Gesundheit und Garten. Und sie finden „Ideen zum Selbermachen“. Es gibt Beiträge mit Titeln wie „Grüne Modelabels – schick und fair“ oder „Vitamin C hochdosiert: Ist das überhaupt sinnvoll?“.

          Utopia ist Teil der Green Lifestyle Group, die ganz am Avocadostore und zu knapp 68 Prozent an Öko-Test beteiligt ist. Eigentümerin dieser Unternehmen ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) – sie gehört der SPD. „Da es sich hier ausschließlich um Beteiligungsgesellschaften handelt, gibt es keinerlei Einfluss der SPD oder der DDVG auf das operative Geschäft der Utopia GmbH“, erklärt Gebhard.

          Man lebt von Anzeigen

          Öko-Test, Utopia und Avocadostore seien im Segment des nachhaltig bewussten Konsums jeweils Marktführer, sagt Oliver Ortlepp, Geschäftsführer der Green Lifestyle Group. Als Investor habe die Green Lifestyle Group die Wachstumsfinanzierung der Utopia GmbH durchgeführt.

          „In den Anfangsjahren hat Utopia in den Aufbau der Plattform und der Reichweite und in die Marke investiert. Entsprechend hat die Utopia GmbH Verluste erwirtschaftet. Seit 2018 ist Utopia profitabel“, berichtet Gebhard. Das Unternehmen lebt von Werbeanzeigen möglichst nachhaltiger Unternehmen, zum Beispiel von Ökostromanbietern.

          Die Werbung kostet zwischen 800 Euro für eine Plazierung im Newsletter und etwa 20 000 Euro für eine detaillierte Anzeige. „Utopia erhält für jeden Stromvertrag, der über die Utopia-Website zu uns gekommen ist, eine Erfolgsprovision“, erklärt Kai Jacobsen vom Ökostromanbieter Prokon.

          „Manchmal einseitig“

          Hier sieht Gebhard eine große Herausforderung für das Unternehmen. „Entweder man hat kostenpflichtige Inhalte, oder man hat werbetreibende Unternehmen. Wie kann man also als Online-Medium Geld verdienen, ohne dass die Qualität darunter leidet?“ Die werbenden Unternehmen müssen zum Konzept von Utopia passen. Steffen Maier vom Kunden Stadtwerke Konstanz lobt die angemessenen Preise bei gleichzeitig anspruchsvollem und passendem Zielpublikum.

          Eine Nutzerin der Utopia-Seite, Marie Müller, stört sich an einer ihrer Ansicht nach bisweilen einseitigen Argumentation. „Als Konsumentin mit einem gesteigerten Nachhaltigkeitsinteresse fühle ich mich zwar durch die Sichtweise auf Utopia bestätigt, doch denke ich, dass sich durch noch mehr Neutralität gegebenenfalls mehr Leser von einem nachhaltigeren Lebensstil überzeugen lassen.“

          Utopia beschäftigt rund 30 Mitarbeiter. 2017 lag der Umsatz bei 1,2 Millionen Euro. 2018 stieg er auf 2,0 Millionen Euro und 2019 auf 2,65 Millionen Euro, wie die Geschäftsführerin berichtet. Und auch die Zahl der Leser ist gestiegen. Nach den Mediadaten verzeichnet Utopia.de inzwischen 10,2 Millionen unterschiedliche Besucher im Monat und 14,4 Millionen Aufrufe insgesamt. 34 Prozent der Nutzer sind 25 bis 34 Jahre alt und 20 Prozent zwischen 35 und 44 Jahren. Utopia hat Konkurrenten: Cleanipedia, das zu Unilever gehört, und Smarticular.net.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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