https://www.faz.net/-gqe-a4pjs

Amerika : Walmart verklagt Regierung wegen drohender Opioid-Strafen

  • Aktualisiert am

Das Schmerzmittel Oxycontin Bild: Reuters

Die Opioid-Krise kostete schon fast eine halbe Million Amerikanern das Leben. Jetzt bahnt sich ein Rechtsstreit zwischen Washington und der Supermarkt-Kette Walmart an, wo die Schmerzmittel ebenfalls vertrieben werden.

          1 Min.

          Der größte amerikanische Einzelhändler Walmart hat die Regierung in Washington verklagt, um sich gegen drohende juristische Konsequenzen wegen seiner Rolle in der Opioid-Krise zu wappnen. Das Justizministerium drohe Walmart mit einem „vollkommen unberechtigten“ Rechtsstreit, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Bentonville mit. Walmart könnte demnach rückwirkend dafür bestraft werden, süchtig machende Schmerzmittel verkauft und damit zur verheerenden Opioid-Epidemie in den Vereinigten Staaten beigetragen zu haben.

          Walmart argumentiert jedoch, die Mitarbeiter hätten nur ihre Pflicht erfüllt und Arzneimittel angeboten, die Kunden von Ärzten mit Zulassung der amerikanischen Behörden verschrieben worden seien. „Wir beginnen diesen Rechtsstreit, weil es kein Bundesgesetz gibt, das Apothekern vorschreibt, sich in dem vom Justizministerium geforderten Maße in das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten einzumischen.“

          Walmart kommt einer möglichen Klage der Regierung Trump nun zuvor, um gerichtlich klären zu lassen, ob Arzneimittelhändler zur Verantwortung gezogen werden können. Tatsächlich werde stets von staatlichen Fachleuten und Gesundheitsbehörden betont, dass es verboten sei, Patienten medizinische Ansprüche zu verweigern. Stellungnahmen des Justizministeriums oder der Antidrogenbehörde DEA, gegen die sich die Klage des Großkonzerns ebenfalls wendet, gab es zunächst nicht.

          Opioide sind zum Teil synthetisch hergestellte Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften. Sie bergen jedoch auch enorme Abhängigkeitsrisiken und hohes Missbrauchspotenzial. Die Opioid-Epidemie in Amerika hat laut der Gesundheitsbehörde CDC seit der Jahrtausendwende zu mehr als 450.000 Toten geführt. Walmart zählt zwar nicht zu den Pharma-Konzernen, denen häufig eine Hauptschuld an der Misere gegeben wird, steht als großer Medikamentenhändler mit vielen Apothekenschaltern aber ebenfalls schon länger in der Kritik.

          Weitere Themen

          Der Mittelstand kappt seine Investitionen

          Minus 37 Milliarden Euro : Der Mittelstand kappt seine Investitionen

          Nach einer neuen Schätzung der KfW dürfte der deutsche Mittelstand in diesem Jahr deutlich weniger investieren als in den Vorjahren. Und ob es einen raschen Nachholeffekt geben wird, halten die Ökonomen für fraglich.

          Topmeldungen

          Aktienhändler Peter Tuchman trägt eine Mütze mit der Aufschrift „Dow 30.000“

          Dax auf Rekordjagd : 2021 wird ein gutes Aktienjahr

          Rosige Aussichten für das kommende Jahr: Der Dax dürfte seinen Aufwärtstrend fortsetzen und dem S&P 500 auf neue Allzeithochs folgen. Bis auf 14.500 könnte der wichtigste deutsche Aktienindex steigen. Die Technische Analyse.
          Sich zu Lebzeiten Gedanken zu machen, was passieren soll, wenn man gestorben ist, ist ein entlastendes Gefühl.

          Verdrängen kann helfen : Wo ist sie nur, meine Trauer?

          Als ihre Schwester stirbt, fragt sich unsere Autorin, warum sie das weniger trifft als gedacht. Und macht sich auf die Suche nach ihrer eigenen Form des Abschieds. Dabei lernt sie: Verdrängen ist per se nichts Schlechtes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.