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Wegen Opioid-Klagen : Pharmakonzern Purdue beantragt Insolvenz

  • Aktualisiert am

Protest vor der Purdue-Zentrale in Stamford im Jahr 2018 Bild: AP

Mehr als 2000 Klagen liegen gegen das Unternehmen vor, jetzt kommt die Insolvenz: Der amerikanische Pharmariese Purdue beantragt Gläubigerschutz. Das dürfte auch Kalkül sein.

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          Der amerikanische Pharmakonzern Purdue Pharma, gegen den mehr als 2000 Klagen wegen seines süchtig machenden Schmerzmittels Oxycontin anhängig sind, hat Insolvenz beantragt. Mit dem Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 will Purdue die Klagen beilegen, wie das Unternehmen in New York mitteilte. Die Firma soll in eine Stiftung der öffentlichen Hand überführt werden.

          Bundesstaaten, Städte und Landkreise fordern vom Unternehmen Milliarden von Dollar zurück, die sie für den Kampf gegen Opioid-Abhängigkeit und Überdosierung ausgegeben haben. Opioide sind zum Teil synthetisch hergestellte Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften. Purdues bekanntestes Mittel der Gruppe, Oxycontin, ist mit Heroin verwandt.

          Vergleichssumme: 10 Milliarden Dollar

          Ursprünglich wollten die Behörden bis zu 12 Milliarden Dollar (rund 11 Milliarden Euro) an Schadenersatz erheben, die Purdue-Verantwortlichen konnten sich aber mit diesen auf einen Vergleichsbetrag von mehr als 10 Milliarden Dollar einigen. Das wäre damit die bisher höchste Vergleichssumme im Zusammenhang mit der in den Vereinigten Staaten grassierenden Welle der Opioid-Abhängigkeit.

          Kritiker werfen Pharmaunternehmen vor, die Risiken opioidhaltiger Schmerzmittel verschleiert und das massenhafte Verschreiben der Medikamente befördert zu haben. Millionen Amerikaner wurden in der Folge süchtig. In weniger als zwei Jahrzehnten sollen mehr als 400.000 Menschen an einer Überdosis gestorben sein. Allein im Jahr 2017 gab es den Behörden zufolge landesweit rund 47.600 Todesfälle.

          Erst Ende August hatte ein Gericht den Pharmakonzern Johnson & Johnson wegen unrechtmäßiger Vermarktung von suchtgefährdenden Schmerzmitteln zu einer Zahlung von 572 Millionen Dollar verurteilt. Johnson & Johnson kündigte umgehend an, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. Der Generalstaatsanwalt von Oklahoma, Mike Hunter, hatte dem Konzern vorgeworfen, mit suchtgefährdenden Schmerzmitteln ein Wegbereiter der Opioid-Welle und Drogenkrise gewesen zu sein.

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