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Grenzöffnung ab November : Wo die Tücken auf USA-Reisen liegen

  • Aktualisiert am

Wieder mehr USA-Flüge: Vor Corona waren sie Umsatzgarant für Lufthansa. Bild: AFP

Die Wirtschaft jubelt über die endlich angekündigte Grenzöffnung der USA. Doch für Touristen sind noch einige Fragen offen – zum Beispiel das Reisen mit Kindern. Die Probleme sind allerdings klein im Vergleich zu Reisen nach China.

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          Dass sich der Chef persönlich äußert, wenn einzelne Strecken wieder mehr bedient werden, ist bei großen Fluggesellschaften selten. Doch zur Lockerung der Corona-Einreiseregeln für die Vereinigten Staaten ergreift der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Carsten Spohr, das Wort.

          Er spricht von einem „großen Schritt aus der Krise“, von einer „hervorragenden Nachricht für die transatlantische Partnerschaft“. Familien und Freunde dürften sich endlich wiedersehen, Geschäftspartner ihre Beziehungen wieder persönlich weiterentwickeln. Gut für Lufthansa sollen die Lockerungen auch sein: Amerika-Flüge waren vor Corona wichtige Umsatzgaranten.

          Es berichten Mark Fehr, Hendrik Ankenbrand, Timo Kotowski, Julia Löhr, Tillmann Neuscheler und Winand von Petersdorff.

          Am Montagabend hatte die amerikanische Regierung bekanntgegeben, dass von November an Geimpfte aus Europa wieder einreisen dürfen. Für Fluggesellschaften ist damit die Aussicht auf eine Belebung des Verkehrs über den Atlantik und steigende Ticketeinnahmen verbunden. Bislang durften sie fast nur Amerikaner, Fracht und wenige Europäer mit Ausnahmegenehmigung befördern.

          Auch in der deutschen Wirtschaft ist die Erleichterung nach rund 20 Monaten der Beschränkungen groß. „Damit wird ab November die aktuell größte Hürde im bilateralen Handel beseitigt“, sagte Ulrich Ackermann, Leiter Außenwirtschaft im Maschinenbauverband VDMA. Die Branche war von dem Einreiseverbot besonders betroffen, weil nicht nur Kundengespräche, sondern auch Reparaturen und Wartungsarbeiten an Maschinen in den USA nur mit wochenlangen Wartezeiten oder gar nicht möglich waren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beziffert die wirtschaftlichen Schäden des Travel Ban für deutsche Unternehmen auf eine „zweistellige Milliardenhöhe“, sagte der Außenwirtschaftschef des Verbands, Volker Treier.

          Einige Details zu neuen Regeln fehlen noch

          Noch fehlen letzte Details für die Reiseerleichterungen. Sicher ist, dass in die Vereinigten Staaten Einreisende nachweisen müssen, dass sie vollständig geimpft sind – und zwar vollständig nach Kriterien des amerikanischen Seuchenschutzamtes CDC. Die sind nach Impfungen mit den Stoffen von Moderna, Johnson & Johnson und Pfizer/BioNTech erfüllt. Zusätzlich werden nach CDC-Angaben Personen eingelassen, die mit Vakzinen von der Notfall-Liste der Weltgesundheitsorganisation immunisiert wurden: Dazu gehören die Produkte von AstraZeneca, Sinopharm (China) und Serum Institute (Indien). Unklar ist der Status für Personen, die Impfstoffe kombiniert haben.

          In jedem Fall muss der letzte Impftermin mindestens zwei Wochen zurückliegen, alle Passagiere müssen zusätzlich einen negativen Test vorweisen, der bei Anreise nicht älter als drei Tage ist. Airlines will das CDC anweisen, Telefonnummern und Mail-Adressen der Passagiere zu registrieren für ein neues System zur Nachverfolgung.

          Flugverband beklagt bleibende Hürden

          Für Ungeimpfte führen die neuen Regeln zu Verschärfungen: Sie werden in der Regel gar nicht einreisen können. Das gilt nach bisherigem Stand auch für ungeimpfte Kinder. Zudem wird der Weg in die USA fast unmöglich für Bürger aus Ländern, in denen sie keinen Zugang zu Impfstoffen haben.

          Darauf weist der Weltfluglinienverband IATA hin. Seine Forderung: Negative Tests als Einreiseerlaubnis akzeptieren und Tests auf ungeimpfte Reisende konzentrieren, statt sie auch vom Geimpften zu verlangen. „Wir müssen in eine Lage kommen, in der Reisefreiheit für alle wieder verfügbar ist“, sagt IATA-Chef Willie Walsh.

          Wie lange trägt die Nachholwelle?

          Geschäftlich und privat zeichnet sich ein Nachholbedarf bei Atlantikquerungen ab. „Für die deutsche Wirtschaft sind die USA der größte Absatzmarkt und zugleich drittgrößter Zulieferermarkt“, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). „Mit rund 860.000 Arbeitsplätzen stellen deutsche Unternehmen den drittgrößten ausländischen Arbeitgeber in den USA.“

          Die Flugsuche Skyscanner meldete am Dienstag, dass nach der Lockerungsnachricht binnen einer Stunde auf ihren Seiten der Datenverkehr durch Fluganfragen um 28 Prozent zugenommen habe. Aktuell ständen die USA bei Suchen aus Deutschland auf Platz zwei aller Zielländer.

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