https://www.faz.net/-gqe-a94ez

Amerika : Facebook zahlt 650 Millionen Dollar in Klage zu Gesichtserkennung

  • Aktualisiert am

Facebook: In dem seit 2015 laufenden Verfahren geht es um die Funktion, bei der Facebook vorschlägt, in Fotos abgebildete Freunde mit Namen zu markieren Bild: AP

Facebook muss in einem amerikanischen Gerichtsverfahren eine Strafe in Millionenhöhe bezahlen. Die Entschädigungssumme sei „eine der höchsten Vergleiche überhaupt für die Verletzung der Privatsphäre“.

          1 Min.

          Facebook zahlt nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren 650 Millionen Dollar an amerikanische Kläger in einem Streit um den Einsatz von Gesichtserkennungs-Technologie. Ein Richter in Kalifornien billigte am Wochenende die bereits im vergangenen Jahr festgezurrte Einigung. Pro Kläger gibt es mindestens 345 Dollar (gut 286 Euro). Die drei Facebook-Nutzer, die die Sammelklage angestoßen hatten, bekommen jeweils 5000 Dollar.

          In dem seit 2015 laufenden Verfahren geht es um die Funktion, bei der Facebook vorschlägt, in Fotos abgebildete Freunde mit Namen zu markieren. Die Kläger argumentierten, dass es gegen ein Gesetz zur Gesichtserkennung im Bundesstaat Illinois verstieß, dafür vorher nicht die Einwilligung der Betroffenen einzuholen. Inzwischen änderte Facebook das Verfahren und fragt erst nach einer Erlaubnis.

          Nachdem Facebook mit seinem Antrag auf Einstellung des Verfahrens gescheitert war, hatte das Unternehmen im Januar 2020 die Zahlung von 550 Millionen Dollar zur Beilegung des Rechtsstreits zugesagt. Richter James Donato lehnte die Summe aber als unzureichend ab.

          Die nun vereinbarte Entschädigungssumme bezeichnete Donato als „eine der höchsten Vergleiche überhaupt für die Verletzung der Privatsphäre“. Sie sei ein großer Erfolg für Verbraucher „im heiß umkämpften Bereich der digitalen Privatsphäre“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Schwieriger Besuch: Baerbock bei Lawrow im russischen Außenministerium

          Baerbock bei Lawrow : Frostige Begegnung in Moskau

          Annalena Baerbocks Treffen mit Russlands Außenminister verläuft höflich, aber angespannt. Die beiden tragen einander in erster Linie lange Listen an Differenzen vor. Und Lawrow ist gewohnt listig.
          Manfred Weber (links) applaudiert nach der Wahl Roberta Metsolas zur Präsidentin des  Europäischen Parlaments.

          Neue EU-Parlamentspräsidentin : Webers Deal und seine Folgen

          Roberta Metsola rückt an die Spitze des EU-Parlaments. Zu verdanken hat sie das vor allem dem Strippenzieher Manfred Weber. Die Grünen haben sie nicht gewählt – und zahlen dafür einen hohen Preis.