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Amerika : Facebook zahlt 650 Millionen Dollar in Klage zu Gesichtserkennung

  • Aktualisiert am

Facebook: In dem seit 2015 laufenden Verfahren geht es um die Funktion, bei der Facebook vorschlägt, in Fotos abgebildete Freunde mit Namen zu markieren Bild: AP

Facebook muss in einem amerikanischen Gerichtsverfahren eine Strafe in Millionenhöhe bezahlen. Die Entschädigungssumme sei „eine der höchsten Vergleiche überhaupt für die Verletzung der Privatsphäre“.

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          Facebook zahlt nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren 650 Millionen Dollar an amerikanische Kläger in einem Streit um den Einsatz von Gesichtserkennungs-Technologie. Ein Richter in Kalifornien billigte am Wochenende die bereits im vergangenen Jahr festgezurrte Einigung. Pro Kläger gibt es mindestens 345 Dollar (gut 286 Euro). Die drei Facebook-Nutzer, die die Sammelklage angestoßen hatten, bekommen jeweils 5000 Dollar.

          In dem seit 2015 laufenden Verfahren geht es um die Funktion, bei der Facebook vorschlägt, in Fotos abgebildete Freunde mit Namen zu markieren. Die Kläger argumentierten, dass es gegen ein Gesetz zur Gesichtserkennung im Bundesstaat Illinois verstieß, dafür vorher nicht die Einwilligung der Betroffenen einzuholen. Inzwischen änderte Facebook das Verfahren und fragt erst nach einer Erlaubnis.

          Nachdem Facebook mit seinem Antrag auf Einstellung des Verfahrens gescheitert war, hatte das Unternehmen im Januar 2020 die Zahlung von 550 Millionen Dollar zur Beilegung des Rechtsstreits zugesagt. Richter James Donato lehnte die Summe aber als unzureichend ab.

          Die nun vereinbarte Entschädigungssumme bezeichnete Donato als „eine der höchsten Vergleiche überhaupt für die Verletzung der Privatsphäre“. Sie sei ein großer Erfolg für Verbraucher „im heiß umkämpften Bereich der digitalen Privatsphäre“.

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