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„Ende des Rostgürtels“ : Biden feiert neue Chipfabriken

US-Präsident Joe Biden besichtigt den zukünftigen Standort der Intel-Fabriken in Johnstown im Bundesstaat Ohio. Bild: AFP

​Der US-Präsident kommt zum Spatenstich für neue Intel-Werke nach Ohio. Der Konzern freut sich über Subventionen – die er auch bei seinem Großprojekt in Magdeburg erwarten kann.

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          Vor wenigen Wochen hat der amerikanische Präsident Joe Biden ein Gesetz unterschrieben, das staatliche Fördermittel von 52 Milliarden Dollar für die Halbleiterproduktion in den USA vorsieht. Dafür feierte er sich am Freitag selbst, als er zum Spatenstich für zwei Werke des Chipherstellers Intel in den Bundesstaat Ohio im Mittleren Westen des Landes kam. Das neue Gesetz ermögliche „historische Investitionen“, sagte Biden. Intel-Vorstandschef Pat Gelsinger sagte, das Projekt bedeute das „Ende des Rostgürtels“, läute also gewissermaßen eine neue Ära in der Region ein, die einst stark von der verarbeitenden Industrie wie Autoherstellern geprägt war, aber in den vergangenen Jahrzehnten viele Arbeitsplätze verloren hat.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der feierlichen Zeremonie war viel politisches Gerangel und aggressive Lobby-Arbeit vorangegangen. Intel hat die neuen Werke im Januar angekündigt und schon damals gesagt, Umfang und Geschwindigkeit der Investitionen in Ohio würden von Fördermitteln aus Washington abhängen. Zunächst sei geplant, 20 Milliarden Dollar in den Standort zu investieren, daraus könnte aber innerhalb eines Jahrzehnts 100 Milliarden Dollar werden. Die Produktion soll Ende 2025 aufgenommen werden.

          Das Gesetz zur Subventionierung der Chipproduktion wurde schon im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht und fand auch schnell Unterstützung aus beiden Parteien. Es wurde aber trotzdem zu einer politischen Hängepartie, unter anderem weil neben der Chipfertigung auch andere Vorhaben in ein Gesetzpaket gepackt wurden. Intel wurde offenbar ungeduldig. Im Juni schrieb das „Wall Street Journal“, das Unternehmen habe wegen der Unsicherheit über das Gesetz den zunächst für Juli vorgesehenen Spatenstich auf unbestimmte Zeit verschoben. Das wurde als Warnschuss an die Regierung interpretiert. Ende Juli beschloss der Kongress dann den „Chips and Science Act“, und wenig später setzte ihn Biden mit seiner Unterschrift in Kraft.

          Intel hat in diesem Jahr auch massive Investitionen in der EU angekündigt, darunter Chipfabriken in Magdeburg, für die zunächst 17 Milliarden Euro ausgegeben werden sollen. Auch hier sind Milliardensubventionen vorgesehen.

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