https://www.faz.net/-gqe-a7k9r

National Rifle Association : Amerikanische Waffenorganisation NRA meldet Konkurs an

  • Aktualisiert am

Die Zentrale der Waffenlobby NRA in Fairfax Bild: EPA

Die amerikanische Waffenlobby-Organisation NRA will sich neu gründen. Offenbar sollen so Gerichtsverfahren gegen hochrangiges Personal wegen Veruntreuung von Mitgliedsbeiträgen abgewendet werden.

          1 Min.

          Zur Abwendung gerichtlicher Verfolgung hat die mächtige amerikanische Waffenlobby NRA Konkurs angemeldet. Die National Rifle Association und eine ihrer Tochterorganisationen reichten einen Antrag auf Gläubigerschutz bei einem Konkursgericht im texanischen Dallas ein, wie ihr Chef Wayne LaPierre am Samstag in einer E-Mail an die NRA-Mitglieder mitteilte. Damit solle sichergestellt werden, dass die Organisation „frei von dem politisch giftigen Umfeld in New York“ bleibe.

          Der Bundesstaat New York hatte im August ein Verfahren gegen die NRA, ihren Chef und drei weitere hochrangige NRA-Vertreter eingeleitet. Sie sollen Mitgliedsbeiträge der Organisation und Spenden für persönliche Ausgaben veruntreut haben. Die New Yorker Staatsanwältin Letitia James, die der Demokratischen Partei angehört, hatte politische Motive für das Verfahren bestritten und zugleich eingeräumt, dass es zur Auflösung der NRA führen könne.

          Umzug nach Texas

          Die NRA will daher nun von ihrem Gründungsort New York nach Texas umziehen. Die Lobby-Organisation vertritt seit Jahrzehnten die Waffenbesitzer in Amerika und stellt sich entschieden gegen jede Einschränkung des Verkaufs und Besitzes von Waffen. Die Organisation macht ihren großen Einfluss auch geltend, indem sie Politiker, die NRA-Positionen unterstützen, materiell unterstützt.

          LaPierre steht der Organisation bereits seit rund 30 Jahren vor. Laut im Internet kursierenden internen Dokumenten soll er auf NRA-Kosten ein Luxusleben mit Reisen auf die Bahamas und nach Italien sowie anderen Annehmlichkeiten führen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft LaPierre und seinen Komplizen vor, binnen drei Jahren Verluste in Höhe von 64 Millionen Dollar (53 Millionen Euro) verursacht zu haben.

          Keine Personal-Änderungen geplant

          Das Konkursverfahren schützt die NRA nicht nur vor Forderungen von Gläubigern, sondern auch vor juristischen Verfahren. Trotz des Konkursantrages will die Lobby-Organisation nach eigenen Angaben keine größeren Änderungen bei ihren Aktivitäten und ihrem Personal vornehmen. „Die NRA ist nicht pleite, stellt ihre Aktivitäten nicht ein und ist nicht zahlungsunfähig“, stellte LaPierre klar.

          Staatsanwältin James erklärte zum Konkursantrag der NRA, sie werde es „nicht zulassen, dass die NRA dies oder irgendeine andere Taktik nutzt, um ihrer Verantwortung und der Aufsicht meiner Behörde zu entgehen“.

          Weitere Themen

          Wir Flächenfresser

          FAZ Plus Artikel: Grüner Wohnen : Wir Flächenfresser

          Die Deutschen wohnen auf immer mehr Quadratmetern pro Kopf. Das schadet Umwelt und Klima. Wie lässt sich Platz sparen und gleichzeitig die Wohnqualität steigern?

          EU einigt sich auf höheres Klimaziel

          Vor Bidens Gipfel : EU einigt sich auf höheres Klimaziel

          Nach 15 Stunden Verhandlungen gibt das Europaparlament nach: Die CO2-Emissionen sollen bis 2030 um 55 Prozent sinken. Dabei darf der positive Effekt von Wäldern auf das Klima angerechnet werden.

          Topmeldungen

          Floyd-Prozess : Ein historisches Urteil

          In Minneapolis wurde der Polizist Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd verurteilt. Das war möglich, weil die Beweislage so erdrückend ist. In vielen anderen Fällen kommen Polizeibeamte straffrei davon.
          Neubausiedlung im südwestlichen Teil von Kiel

          Grüner Wohnen : Wir Flächenfresser

          Die Deutschen wohnen auf immer mehr Quadratmetern pro Kopf. Das schadet Umwelt und Klima. Wie lässt sich Platz sparen und gleichzeitig die Wohnqualität steigern?
          Volker Bouffier, stellvertretender CDU-Vorsitzender und hessischer  Ministerpräsident, am Montag vor der hessischen Landesvertretung in Berlin

          Bouffier und Laschet : Fast schon der Kanzlermacher

          Dass Armin Laschet nun Kanzlerkandidat der Union ist, hat er maßgeblich Volker Bouffier zu verdanken. Ohne den hessischen Ministerpräsidenten wäre es für den CDU-Vorsitzenden noch viel schwieriger geworden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.