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Spekulationen über Lösegeld : Colonial öffnet die Pipeline

Ausnahmezustand: Ein Lkw bringt das dringend benötigte Benzin an eine Tankstelle in Alexandria, Virginia. Bild: EPA

Durch einen Hackerangriff auf eine wichtige Pipeline war an der amerikanischen Ostküste der Treibstoff knapp. Jetzt fließt das Benzin wieder. Grund soll eine Lösegeldzahlung sein.

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          Die wichtigste Benzinpipeline der amerikanischen Ostküste ist wieder offen. Das hat die Betreiberfirma Colonial Pipeline mitgeteilt. Das Unternehmen hatte das Pipelinesystem dicht gemacht, nachdem es Opfer eines Hackerangriffs geworden war. Eine Ransomware-Programm einer Bande mutmaßlich osteuropäischer Cyberkrimineller war in das IT-System des Unternehmens geschleust worden und hatte dort riesige Datenmengen verschlüsselt.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat Colonial den Erpressern für die Entschlüsselung der Daten ein Lösegeld von fünf Millionen Dollar in einer Kryptowährung gezahlt. Weder das Unternehmen noch Sicherheitskreise wollten die Meldung bestätigen. Bloomberg beruft sich allerdings auf zwei Quellen.

          Mitarbeiter öffnete Phishing-Mail

          Die Sicherheitsberaterin des Weißen Hauses, Anne Neuberger, hatte die Möglichkeit einer Zahlung bereits angedeutet und Verständnis für die heikle Lage des Unternehmens gezeigt. Colonial hatte das Pipelinesystem, an dem knapp die Hälfte der Benzinversorgung der Ostküste hängt, als Vorsichtsmaßnahme verschlossen. An vielen Tankstellen in den Ostküste-Bundesstaaten gab es zeitweise keinen Treibstoff, an anderen bildeten sich lange Schlangen.

          Unbestätigte Hinweise zeigen, wie die Schadsoftware in IT-System des Unternehmens gelangen konnte. Ein Mitarbeiter hat offenbar eine E-Mail mit dem Titel: „More like CANSas City“ geöffnet, auf der das Bild einer großbusigen Schönheit in einem Bikini in den rot-weißen Trikotfarben der Football-Mannschaft Kansas City Chiefs zu sehen war. Dem Nutzer wurden weitere Fotos versprochen, die sichtbar würden, sollte er auf den angehängten Link klicken. Das ist offenbar geschehen. Die Methode wird Phishing genannt und ist ein übliches Verfahren, mit dem Hacker sich Zugang verschaffen.

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