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Geplante Aixtron-Übernahme : Stoppte Amerikas Geheimdienst die Chinesen?

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Der chinesische Investor Grand Chip Investment (GCI) will Aixtron für 676 Millionen Euro übernehmen. Bild: Reuters

Eigentlich schien die Aixtron-Übernahme durch einen chinesischen Investor durch zu sein. Doch dann griff das Wirtschaftsministerium ein – offenbar wegen Hinweisen von einem amerikanischen Geheimdienst.

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          Die geplante Übernahme des angeschlagenen Chipanlagenbauers Aixtron durch einen chinesischen Investor ist einem Zeitungsbericht zufolge durch eine Intervention des amerikanischen Geheimdienstes gestoppt worden. Die Amerikaner hätten Ermittlungsergebnisse präsentiert, wonach Produkte von Aixtron auch militärisch genutzt werden könnten, berichtete das „Handelsblatt“ am Mittwoch unter Berufung auf deutsche Geheimdienstkreise. In Washington werde befürchtet, dass China Chips von Aixtron in seinem Nuklearprogramm einsetzt.

          „Die Bundesregierung hat bis dahin nicht bekannte sicherheitsrelevante Informationen erhalten“, hatte Gabriels Staatssekretär Matthias Machnig (SPD) am Montag der Zeitung „Die Welt“ gesagt. Dem gebe es zur Zeit nichts hinzuzufügen, sagte der Sprecher des Ministeriums.

          AIXTRON

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          Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte in den vergangenen Tagen überraschend seine am 8. September erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung für den Deal zurückgezogen. Der chinesische Investor Grand Chip Investment (GCI) will für 676 Millionen Euro die defizitäre Firma übernehmen. Nach Ablauf der Annahmefrist haben die Aktionäre bereits rund 65 Prozent der Anteilsscheine zum Kauf angedient.

          Bei einem Treffen in der amerikanischen Botschaft in Berlin waren der Zeitung zufolge Vertreter des Kanzleramts, des Bundeswirtschaftsministeriums, des Innenministeriums und des Verteidigungsministeriums anwesend. Die Amerikaner hätten laut Geheimdienstkreisen Beweise vorgelegt, sie der deutschen Seite aber nicht übergeben. Die deutsche Seite dringe darauf, die Beweise zu erhalten.

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