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Gute Zahlen : Tesla verdoppelt Umsatz

  • Aktualisiert am

Teslas Model S bei einer Präsentation in Peking Bild: AP

Der amerikanische Elektroautohersteller hat in den vergangenen drei Monaten so viele Autos ausgeliefert wie noch nie. Auch in Europa ist die Zahl der neu zugelassenen Elektro- und Hybridautos deutlich gestiegen.

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          Der Elektroautobauer Tesla hat im ersten Quartal Rekorde bei Produktion, Auslieferungen und Umsatz erzielt, ist dabei aber stärker als erwartet in die roten Zahlen geraten. Der Verlust nahm verglichen mit dem Vorjahreswert von 282 auf 330 Millionen Dollar (303 Mio Euro) zu, wie die Firma des schillernden Tech-Milliardärs Elon Musk nach amerikanischem Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse verdoppelten sich auf 2,7 Milliarden Dollar.

          Tesla steigerte die Produktion um 64 Prozent und lieferte gut 25.000 Wagen aus, so viele wie nie zuvor in einem Quartal. Damit ist das Unternehmen auf Kurs, sein Absatzziel von 50.000 Autos im ersten Halbjahr zu erreichen. Dennoch reagierten Anleger verhalten, die Aktie fiel nachbörslich um rund ein Prozent. Seit Jahresbeginn ist der Kurs allerdings schon um mehr als 45 Prozent gestiegen.

          Gleichzeitig werden Autos mit Hybridantrieben in Europa immer beliebter. Die Zahl der Neuzulassungen stieg im ersten Quartal um 61,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie der europäische Autoverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden 111.006 Hybridautos in der Europäischen Union zugelassen. Der Anteil am Gesamtmarkt bleibt dennoch bislang überschaubar: Insgesamt wurden im ersten Quartal rund 4,14 Millionen Neuwagen registriert.

          Elektroautos legten um 29,9 Prozent auf 47.196 Neuzulassungen zu. Der Absatz von Wagen, die mit Propangas oder Erdgas fahren, stieg nach lahmer Nachfrage im Vorjahr nun um 10,4 Prozent auf 54.743 Fahrzeuge.

          Insgesamt legten Pkw mit so genannten alternativen Antrieben um 37,6 Prozent auf 212 945 Wagen zu. Unter den großen Märkten führte Spanien die Statistik mit einem Zuwachs von 87,4 Prozent an, Deutschland legte um 67,5 Prozent zu, Großbritannien um 29,9 Prozent, Frankreich um 24,8 Prozent und Italien um 17,2 Prozent.

          Tesla zog zuletzt sogar an Ford vorbei

          Grund für das höhere Minus unter dem Strich bei Tesla sind vor allem Kosten im Zusammenhang mit dem für Juli geplanten Fertigungsstart des „Model 3“. Mit seinem ersten Mittelklassewagen, der etwa 35.000 Dollar kosten soll, will Tesla von der Luxusnische in den Massenmarkt vordringen. Dafür nimmt Firmenchef Elon Musk viel Geld in die Hand.

          Der Starunternehmer hat einen sehr ehrgeizigen Zeitplan vorgegeben und will die Produktion in rasantem Tempo hochfahren. 2018 soll Tesla 500.000 Autos pro Jahr herstellen, für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Im vergangenen Jahr wurden lediglich rund 84.000 Wagen gefertigt.

          Obwohl der Aufbau einer Produktionsplattform für die Massenfertigung große finanzielle Risiken birgt, ist das Vertrauen der Investoren bislang riesig. Am Börsenwert gemessen zog das Start-up aus Kalifornien, das seit Gründung 2003 noch nie einen Jahresgewinn vorweisen konnte, zuletzt sogar am zweitgrößten amerikanischen Autobauer Ford vorbei und schloss zum Branchenführer General Motors auf.

          Erstmals waren auch die Ergebnisse der im vergangenen Jahr übernommenen Ökostrom-Firma SolarCity und des deutschen Zulieferers Grohmann komplett in den Quartalszahlen enthalten. Bei dem Maschinenbauer aus Prüm in Rheinland-Pfalz gab es jüngst Ärger. Zuletzt stritt Tesla mit der Gewerkschaft IG Metall, die Grohmann erstmals ins Tarifsystem bringen will. Die Amerikaner lehnen das ab.

          Erklärvideo : Wie funktioniert ein Elektroauto?

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