https://www.faz.net/-gqe-8n64k

Neuer Ärger in Amerika droht : Börsenaufsicht ermittelt gegen Deutsche Bank

  • Aktualisiert am

Schon wieder schlechte Nachrichten aus Übersee für die Banker in der Frankfurter Zentrale. Bild: AFP

Aus Amerika kommen einmal mehr schlechte Nachrichten für die Deutsche Bank. Es geht um einen wenig bekannten Markt, doch auch der ist milliardenschwer.

          2 Min.

          Der Deutschen Bank könnte einem Bericht zufolge neuer Ärger in Amerika drohen - dieses Mal von der Börsenaufsicht SEC. Das größte deutsche Geldhaus steht neben der Bank of New York Mellon, der Citigroup und JPMorgan unter Verdacht, im Handel mit sogenannten Aktien-Hinterlegungsscheinen (ADRs) Regeln verletzt zu haben. Möglicherweise seien in dem in der Öffentlichkeit nicht so bekannten, aber doch großen Markt Kontrollen umgangen worden, um so Steuervergehen zu erleichtern oder Vorteile durch Insider-Informationen zu erlangen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

          Die vier Banken seien bereits Ende des vergangenen Jahres von der SEC aufgefordert worden, Informationen bereitzustellen. Derzeit werte die Börsenaufsicht die Daten aus und befrage Zeugen. Es sei noch nicht klar, ob diese Vorermittlungen in einem Verfahren mündeten. Die Banken selbst bestritten alle Vorwürfe und gingen gegen die Ermittlungen vor.

          Ihrer Darstellung nach gebe es genügend Kontrollen, um Missbrauch beim Handel mit ADRs (American Depositary Receipts) zu verhindern, hieß es in dem Bericht. Mit den Hinterlegungsscheinen wird der Handel von Nicht-amerikanischen-Unternehmen am Kapitalmarkt in den Vereinigten Staaten erleichtert.

          Immer wieder Ärger in Amerika

          ADRs sind Zertifikate, die von einem amerikanischen Kreditinstitut ausgestellt werden, die die zugrundeliegenden Aktien in Verwahrung genommen haben. So können europäische Unternehmen an den amerikanischen Börsen gehandelt werden, ohne dass sie dem vollständigen und strengen Zulassungsverfahren der SEC unterworfen sind. Eingeführt wurden der ADR-Handel 1927 von JPMorgan. Da in den vergangenen Jahren noch andere Alternativen entstanden sind, um amerikanischen Anlegern den Handel mit ausländischen Aktien zu ermöglichen, ist das Volumen des ADR-Geschäfts in den vergangenen fünf Jahren um rund ein Fünftel zurückgegangen. Trotzdem wurden 2015 noch ADRs im Volumen von 3,1 Billionen Dollar gehandelt, zeigen Berechnungen des Finanzdienstleisters Bank of New York Mellon.

          DT. BANK

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die Deutsche Bank hat wegen ihrer starken Präsenz in Amerika und am Kapitalmarkt immer wieder Probleme mit der hiesigen Justiz oder den Aufsehern - derzeit ringt sie mit dem Justiziministerium um einen Vergleich im Streit um Geschäfte mit Hypothekenpapieren. Dabei geht es um mehrere Milliarden Dollar.

          Wegen der Anfangsforderung der Regierung von 14 Milliarden Dollar steht die Bank seit einiger Zeit stark unter Druck. Da die Bank nicht so viel für Rechtsstreitigkeiten vorgesorgt hat, machen Spekulationen über die Ausgabe neuer Aktien die Runde. Der Kurs der Deutschen Bank-Aktie war deswegen kurzzeitig unter 10 Euro gefallen. Zuletzt konnte sich das Papier wieder deutlich erholen und notierte knapp unter 13 Euro.

          Weitere Themen

          Preisrekorde gefährden Green Deal

          Energie : Preisrekorde gefährden Green Deal

          Strom und Gas sind so teuer wie lange nicht. Für die EU-Kommission kommt das zur Unzeit – und einige Länder haben schon Notfallpläne verabschiedet.

          Topmeldungen

          Hans-Georg Maaßen trifft Thilo Sarrazin (r), früheres SPD-Mitglied und Politiker, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Saal Simson des Congress Centrum Suhl.

          Maaßen und Sarrazin : Wahlkampf der alten Männer

          In Suhl diskutiert CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen mit dem früheren SPD-Mitglied Thilo Sarrazin. Dabei geht es weniger um Inhalte und vielmehr um die persönliche Kränkung der beiden.
          SPD-Dynastie: Familie Siebel im „stadtbauraum“, einer Veranstaltungsstätte  am früheren Kohleschacht Oberschuir in Gelsenkirchen.

          Politische Prägung : Wählen wie die Eltern

          Welcher Partei wir bei einer Wahl unsere Stimme geben, hängt auch mit der Prägung durch das Elternhaus zusammen. Oder gerade nicht? Drei Ortsbesuche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.