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Billigflugriese in Nöten : Urlaubern drohen neue Ryanair-Streiks

Landet eher, als dass sie startet: Ryanair-Flieger in Palma de Mallorca. Bild: Reuters

Wollen Sie nächsten Freitag mit Ryanair fliegen? Dann dürften ihnen Streiks bevorstehen. Vielleicht auch in Deutschland. Der Konflikt mit den Piloten eskaliert.

          Mitten in der Ferienzeit eskaliert beim irischen Billigflugriesen Ryanair der Konflikt zwischen dem Unternehmen und seinem Flugpersonal. Der größten europäischen Billigfluggesellschaft drohen kurzfristig Pilotenstreiks in mindestens fünf europäischen Ländern. Zum Großkampftag könnte dabei der Freitag nächster Woche werden: Die irische Gewerkschaft Forsa kündigte für diesen Tag einen weiteren Ausstand des Cockpit-Personals an.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es ist der mittlerweile fünfte Streiktag der in Irland stationierten Ryanair-Piloten. Ihre Kollegen in Belgien und Schweden wollen ebenfalls am 10. August die Arbeit niederlegen. Außerdem könnten dann auch die Piloten in den Niederlanden streiken. In Deutschland wiederum haben die Mitglieder der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt. Die Gewerkschaft hat Ryanair ein Ultimatum gestellt: Bis Montag soll das Unternehmen ein „verhandlungsfähiges Angebot“ zu unterbreiten.

          Kommt es nicht doch noch zu einer Verständigung, könnten auch die deutschen Ryanair-Piloten bereits nächste Woche einen Streiktag einlegen. VC will am kommenden Mittwoch in einer Pressekonferenz über das weitere Vorgehen informieren.

          Auch in Großbritannien droht ein Streik

          Damit nicht genug: In Großbritannien verhärten sich die Fronten zwischen dem Billigflugriesen und seinen dortigen Flugzeugführern ebenfalls. Nachdem die Verhandlungen festgefahren sind, rückt auch im Königreich eine Urabstimmung näher. Ein Streik in Großbritannien würde Ryanair besonders hart treffen, weil der Flughaften London-Stansted die größte Basis des Unternehmens ist.

          Auch in der österreichischen Ferienfluggesellschaft Laudamotion, an der Ryanair beteiligt ist, droht unterdessen ein weiterer Arbeitskampf. Das berichtet die österreichische Zeitung „Die Presse“. Ryanair steht kurz davor, seinen Anteil bei Laudamotion von rund 25 Prozent auf 75 Prozent aufzustocken.

          Ryanair wird seit vielen Jahren wegen seiner umstrittenen Beschäftigungspraktiken kritisiert. Im Dezember hat sich das Unternehmen bereiterklärt, erstmals in seiner Geschichte mit Gewerkschaften über Tarifverträge zu verhandeln. Doch seither sind die Gespräche nach Darstellung der Arbeitnehmervertreter kaum vorangekommen. Ryanair wiederum wirft den Gewerkschaftern vor, nicht an einer Einigung interessiert zu sein.

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