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Unzulässige „Alleinaufträge“ : Der Klausel-Trick der Immobilienmakler

Eilenburg in Sachsen: Wer eine Immobilie verkaufen will, muss sich entscheiden, ob er mit einem Makler arbeitet oder nicht. Bild: dpa

Wer ein Haus verkaufen will, beauftragt oft einen Makler. Die Kosten tragen Käufer, Verkäufer oder beide. In den Verträgen steht häufig: Der Eigner darf nicht parallel auf eigene Faust verkaufen. Warum das unzulässig sein kann.

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          Eine umstrittene Klausel in Maklerverträgen regt Immobilienverkäufer und Verbraucherschützer auf. Nach Recherche der F.A.Z. fühlen sich viele Verkäufer durch einen Exklusivpassus hinters Licht geführt, der ihnen verbietet, Haus oder Wohnung parallel auf eigene Faust zu verkaufen. Eine solche Einschränkung darf in einem Standardvertrag nicht erscheinen, sondern muss explizit individuell ausgehandelt werden. Das Bundeskartellamt aber hat in einer Schnellrecherche festgestellt, dass solche Klauseln recht häufig in Formularverträgen vorhanden seien, wie die Behörde der F.A.Z. mitteilt.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wer also etwa von Freunden oder Nachbarn privat angesprochen wird, kann dann kein Eigengeschäft mehr tätigen. Bedeutet: Falls er als Verkäufer die Courtage trägt, kann er die nicht mehr sparen. Aber auch wenn die Provision dem Käufer aufgebürdet ist, gibt es einen Anreiz, den Makler am Ende zu umgehen: Interessenten könnten die Anzeige sehen, den Eigner ausfindig machen und versuchen, direkt mit ihm ins Geschäft zu kommen. Die gesparte Courtage könnten sie sich über einen angepassten Kaufpreis teilen – aus Sicht der Makler ärgerlich, denn sie werden erfolgsabhängig bezahlt. Es geht um namhafte Beträge: in Hessen bei einer Wohnung für 400.000 Euro typischerweise um knapp 24.000 Euro einschließlich Mehrwertsteuer.

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