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Nicht nur Folge der Pandemie : Unvermeidliche Auslese der Reisebüros

  • -Aktualisiert am

Die Reisebüros leiden nicht nur unter den Folgen der Pandemie. Bild: dpa

In manchem Kleinstadtkern gibt es keinen Supermarkt mehr, aber zwei Reisebüros. Das deutet darauf hin, dass es zu viele Urlaubsvermittler gibt.

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          Es gibt Wichtigeres als große Reisen – gemäß dieser Devise handeln die langjährigen Urlaubsweltmeister aus Deutschland in der Pandemie. Mochten sich Politiker noch so sehr über einen vermeintlichen Ansturm zu Ostern auf Mallorca ereifern, auf der Insel gab es den nicht.

          Die Schau-Erregung hat nur eine Stimmung erzeugt, in der sich Bürger beinahe entschuldigen müssen, wenn sie nur erwägen, bei einem deutschen Unternehmen für die Zukunft etwas zu kaufen, was mit Urlaub zu tun hat. Den Reisebüros haben die politischen Warner nach einem Jahr Düsternis andauerndes Leid beschert. Das Erstarken von Online-Portalen hatten sie noch weggesteckt, die Corona-Warnungen führen in größte Not.

          Doch die Pandemie macht auch brancheninterne Versäumnisse deutlich, eine Marktbereinigung ist überfällig. In manchem Kleinstadtkern gibt es keinen Supermarkt mehr, aber zwei Reisebüros. Das deutet darauf hin, dass es zu viele Urlaubsvermittler gibt.

          Und zu oft präsentieren die sich als Reisegemischtwarenhändler mit margenschwachen Angeboten, wo Spezialisierung besser wäre. Weder die Pandemie noch Online-Portale führen zum Tod des Geschäftsmodells Reisebüro, aber eine Auslese ist unvermeidlich.

          Timo Kotowski
          (tko.), Wirtschaft

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