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Untersuchungsergebnisse : Bericht über großangelegte Steuerhinterziehung bei HVB

  • Aktualisiert am

Der HVB droht womöglich ein Millionenschaden. Bild: dapd

Frühere Chefs und Mitarbeiter der Hypovereinsbank sollen systematisch und in großem Stil Steuern hinterzogen haben. So steht es einem Zeitungsbericht zufolge im Untersuchungsbericht einer Anwaltskanzlei.

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          Frühere Mitarbeiter und Manager der Hypovereinsbank (HVB) sollen systematisch Steuern hinterzogen haben. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den Untersuchungsbericht einer Anwaltskanzlei, den der HVB-Aufsichtsrat in Auftrag gegeben hatte.

          Quintessenz des Berichts sei, dass alles dafür spreche, dass HVB-Mitarbeiter und Chefs Aktiendeals getätigt hätten, die darauf zielten, den Fiskus auszunehmen. Schon im Herbst 2011 hatte der Aufsichtsrat der HVB die Anwaltskanzlei Skadden Arps Slate Meagher & Flom damit beauftragt, die mutmaßlich fragwürdigen Geschäfte zu durchleuchten. Die nun laut Süddeutscher Zeitung vorliegenden Ergebnisse bestätigten nicht nur den Verdacht, sondern enthüllten offenbar weitere fragwürdige Geschäfte über die ersten Verdachtsfälle hinaus. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt schon länger gegen die HVB wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

          Der Zeitung zufolge geht der Vorstandsvorsitzende Theodor Weimer von möglichen Kosten der Steueraffäre für die Tochter des italienischen Finanzkonzerns Unicredit von bis zu 200 Millionen Euro aus. Die HVB wolle mit den Ermittlungsbehörden kooperieren, hieß es.

          Bei dem Verdacht der Steuerhinterziehung geht es um die Praxis des so genannten „Dividendenstrippings“, das heißt um Aktientransaktionen, die um Dividendenzahlungen herum getätigt wurden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Beteiligten anschließend beim Finanzamt unrechtmäßig oder mehrfach Kapitalertragssteuern vom Finanzamt zurückerstatten ließen. Die HVB soll in dem Fall mit einem Frankfurter Investor zusammengearbeitet haben und mitgeholfen haben, dass der Fiskus um knapp 124 Millionen Euro betrogen wurde.

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