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Untersuchung von A Capital : Chinas Investoren bevorzugen Europa

Chinesen investieren bevorzugt in Europa, auch am Flughafen Heathrow Bild: REUTERS

Während das Interesse von Investoren aus China an anderen Ländern in Asien 2012 abnahm, stieg es an Europa: um 21 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. Die Vereinigten Staaten zogen ein nicht einmal halb so starkes Volumen an.

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          Europa bleibt das wichtigste Ziel für Investoren aus China. Während das Interesse der Chinesen an anderen Ländern in Asien 2012 abnahm, stieg es an Europa: um 21 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. Damit sei der Kontinent mit einem Drittel des Volumens weiterhin das bevorzugte Objekt chinesischen Fusionen und Übernahmen (M&A), teilte die Beteiligungsgesellschaft A Capital in Peking mit.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Die Vereinigten Staaten zogen ein nicht einmal halb so starkes Volumen an, allerdings ist es mehr als doppelt so stark gewachsen wie in Europa, auf jetzt 5,4 Milliarden Dollar. Dahinter verbirgt sich vor allem die Totalübernahme der Kinokette AMC durch die chinesische Wanda-Gruppe für 2,6 Milliarden Dollar.

          In aller Welt steigerten die Chinesen den Daten zufolge 2012 ihre Investitionen um 14 Prozent auf 77,2 Milliarden Dollar. Dazu zählten Neugründungen ebenso wie M&A. Letztere legten um 26 Prozent auf 37,8 Milliarden Dollar zu, machten also etwa die Hälfte aller Auslandsengagements aus.

          Chinas Investitionen in der EU dürften stark bleiben, hieß es, weil die Märkte dort offen und die Unternehmensbewertungen wegen des geringen Wachstums gering seien. Die Mehrheit der Verträge ziele auf Minderheitsbeteiligungen ab. 86 Prozent aller M&A gingen von chinesischen Staatskonzernen aus. Der chinesische Staatsfonds CIC ist selbst einer der Ankerinvestoren von A Capital.

          Mehr als die Hälfte aller Investitionen in Dienstleistung

          Der Trend, in Bodenschätze zu investieren, hat den Angaben zufolge noch zugenommen. Sie machen jetzt 59 Prozent des Gesamtvolumens aus. Das erklärt die überdurchschnittlichen Zuwachsraten für M&A in Afrika, Ozeanien und Südamerika. Der größte 2012 verzeichnete „Deal“ war der Kauf von 30 Prozent der Anteile von Petrogral Brasil durch China Petrochemical für 4,8 Milliarden Dollar.

          Europa hingegen vereint mehr als die Hälfte aller Investitionen in Dienstleistung auf sich. So ist CIC beim Satellitenbetreiber Eutelsat in Frankreich sowie am Flughafen Heathrow und bei Thames Water in England eingestiegen. Größter Investor in Deutschland war der Konzern Weichai, der fast ein Milliarden Dollar für Anteile an Kion und Linde Hydraulics ausgab. Noch sind Chinas Investitionen im Ausland um etwa 30 Prozent geringer als andersherum. Die Lücke schrumpfe aber und werde in drei Jahren verschwinden, schreibt A Capital.

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