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Unterstützung für die Nasa : Privatflug zur Internationalen Raumstation

Hab dich: Der Greifarm der Internationalen Raumstation ISS hat sich die private Raumtransportkapsel „Cygnus“ geschnappt Bild: AP

Die Privatwirtschaft hält in der Raumfahrt Einzug. Transportaufgaben zur ISS werden mit völlig neuen Raumfahrzeugen abgewickelt. Milliardäre wie Jeff Bezos oder Elon Musk arbeiten an ihren Träumen.

          Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa bekommt immer mehr private Hilfe. Das gilt zum Beispiel für die Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS: So hat der neue private Raumtransporter „Cygnus“ am Sonntag die Raumstation erreicht. Die unbemannte Raumkapsel sei um 13 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit an der ISS angekommen, teilte die Nasa mit. Damit blieb der Transport zwar eine Woche hinter seinem ursprünglichen Zeitplan zurück. Aber technisch ging letztlich alles glatt. Nasa-Chef Charles Bolden bezeichnete den Flug sogleich als historischen Meilenstein: „Wir haben damit die Fähigkeit Amerikas ausgeweitet, zuverlässig Fracht ins All zu transportieren.“

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Auch David Thompson, Chef des Unternehmens Orbital Sciences, das den Transporter entwickelt hat, sprach von einer Mission, wie sie im Buch steht. „Cygnus“ (lateinisch für der Schwan) soll nun rund einen Monat lang an der ISS angedockt bleiben und danach laut Pressemitteilung mit bis zu 800 Kilogramm Fracht beim Wiedereintritt in die Erdatomsphäre über dem Pazifik zerstört werden. So soll es weitergehen: Bis zum Jahr 2016 plant Orbital Sciences mit der Nasa acht Missionen zur ISS, mit denen insgesamt 20000 Kilogramm Fracht transportiert werden sollen.

          Der „Cygnus“-Transporter ist erst der zweite private Raumfrachter, der an der ISS andockt. Der vom Unternehmen Space-X entwickelte „Dragon“-Transporter hat schon zwei Versorgungsflüge zur ISS hinter sich. Bis 2016 sind mindestens zwölf weitere dieser Dragon-Flüge geplant. Dieser Auftrag hat ein Gesamtvolumen von rund 1,6 Milliarden Dollar. Space-X durfte seinen ersten Erfolg schon vor gut einem Jahr feiern – und nun hat die Nasa einen weiteren privaten Anbieter zur Verfügung. Zuvor war es allein vier Staaten oder Staatengemeinschaften (Europa, Russland, Amerika und Japan) vorbehalten gewesen, Raumfahrzeuge zur ISS zu schicken.

          Obamas Weltraumpolitik sorgt für Begeisterung

          Jetzt ist die Raumfahrt bunter geworden: Hinter Space-X steht mit Elon Musk einer der Milliardäre, die nach großen geschäftlichen Erfolgen auf der Erde nun den Weltraum für sich erschließen wollen. Der gebürtige Südafrikaner half vor ein paar Jahren, den Online-Bezahldienst Paypal auf die Beine zu stellen, wurde darüber vermögend und gründete den Elektroautohersteller Tesla Motors. Musk denkt inzwischen sogar schon über Reisen zum Mars nach – und er ist nicht allein. Auch der Amazon-Gründer und -Vorstandsvorsitzende Jeff Bezos ist mit einer Unternehmung im Weltraumgeschäft aktiv, ebenso der britische Multiunternehmer Richard Branson oder der Microsoft-Mitbegründer Paul Allen.

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