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Vermögensteuer und mehr : Was Unternehmerfamilien am meisten fürchten

  • -Aktualisiert am

Die Debatte um eine Rückkehr der Vermögensteuer und eine höhere Erbschaftsteuer beunruhigt Unternehmer. Bild: dpa

Die Gesellschafter von Familienunternehmen sehen die Steuer- und Abgabenpolitik als größte Bedrohung für ihre Vermögen. Wovor sie sonst noch Angst haben, zeigt eine aktuelle Umfrage.

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          Firmeneigentümer sehen steigende Steuern und Abgaben als größte Bedrohung für ihr Vermögen. Das zeigt eine Umfrage unter Gesellschaftern großer und mittelgroßer Familienunternehmen, die von Ende Februar bis Anfang März vom Magazin für Unternehmerfamilien „Wir“ durchgeführt wurde. Die Publikation gehört zur gleichen Verlagsgruppe wie die F.A.Z.

          Mark Fehr
          (mfe.), Wirtschaft

          Die Furcht der Unternehmer ist offenbar akut und geht über deren generelle Skepsis gegenüber Steuern und Abgaben hinaus. Auf die Frage, worin sie die größte Bedrohung für den Erhalt des Familienvermögens sehen, nannten mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) die Steuer- und Abgabenpolitik. Der Grund dürfte nach Einschätzung der Autoren der Umfrage in der Unsicherheit über den Ausgang der Bundestagswahlen liegen. „Die Diskussion um die Erbschaft- und Vermögensteuer ist neu entfacht“, schreiben sie. Im Rahmen der Umfrage wurden 128 vollständig ausgefüllte Fragebogen ausgewertet.

          Am zweithäufigsten nannten die Befragten die Staatsverschuldung infolge der Corona-Pandemie als Bedrohung für ihr Vermögen (56 Prozent). Auch bereiten den Unternehmerfamilien der Populismus und die Spaltung der Gesellschaft in den Industrieländern Sorge (45 Prozent). Von den möglichen Antworten konnten die Befragten mehrere Möglichkeiten nennen.

          Als weitere Bedrohungen sehen die Unternehmer die niedrigen Zinsen und den Anlagenotstand, gefolgt von Handelskriegen und Abschottung der Märkte, Streit unter den Gesellschaftern von Familienunternehmen und der Unternehmensverschuldung infolge der Corona-Pandemie.

          Ziel der Umfrage ist es, Unternehmerfamilien zweimal im Jahr zu Themen rund um Vermögen, Geldanlage und Investitionen zu befragen, um Veränderungen und Trends aufzuspüren. Dabei sticht laut den Studienautoren eine Veränderung im Vergleich zur Umfrage des Vorjahrs ins Auge: Aktuell nennen 12 Prozent der Unternehmer einen positiven Cashflow als Anlageziel, was dreimal so viele sind wie im Vorjahr. Die Kennzahl wird in der Regel als Nettozufluss liquider Mittel verstanden. Es wird sich zeigen, ob sich diese Zielgröße langfristig hält oder wegen der Pandemie nur vorübergehend in den Fokus gerückt ist.

          Mit Blick auf ihr Familienvermögen ist für knapp die Hälfte und damit die meisten Befragten wichtig, es real zu erhalten. Die Kaufkraft soll also trotz Inflation bestehen bleiben. Für ihr Gesamtvermögen dagegen streben die Unternehmer mehrheitlich (41 Prozent) eine recht bescheidene Rendite von 4 bis 5Prozent an. Knapp ein Drittel ist jedoch ehrgeiziger und strebt nach 6 bis 10 Prozent.

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