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Unternehmensberatung : Stühlerücken in der Chefetage von Roland Berger

Stefan Schaible Bild: Jan Voth

Die Unternehmensberatung Roland Berger sortiert ihre Führungsspitze neu. Das haben die Teilhaber am Freitagnachmittag auf ihrer ersten rein virtuellen Partnerversammlung entschieden.

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          Die Partner haben am Freitag nach Informationen der F.A.Z. den bisherigen Deutschland-Chef Stefan Schaible wie erwartet auch formell an die Spitze der Geschäftsführung gewählt. Der 51 Jahre alte Schwabe galt informell schon bislang als „Primus inter Pares“ in der Führungsmannschaft des Beratungsunternehmens.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Neben Schaible werden dem künftigen Führungsteam der deutsche Autofachmann Marcus Berret und der Franzose Denis Depoux angehören. Beide wechseln vom Aufsichtsrat in die Geschäftsführung. Der 49 Jahre alte Depoux steuerte bislang das Asiengeschäft von Roland Berger. Der 48 Jahre alte Berret war bisher Aufsichtsratsvorsitzender.

          Im Gegenzug wechselt der Sanierungsfachmann Sascha Haghani aus der bisherigen Interimsgeschäftsführung in den Aufsichtsrat. Der 51 Jahre alte Deutsch-Perser, ein promovierter Ökonom, ist seit vielen Jahren für das Restrukturierungs–Geschäft verantwortlich, das bei Roland Berger traditionell eine große Bedeutung hat. Er erzielte nun das beste Stimmergebnis aller Aufsichtsräte.  Dem neuen Aufsichtsrat werden außerdem Laurent Benarousse, Robert Henske, Yvonne Ruf und René Seyger angehören. 

          Sanierungsfachmann Sascha Haghani
          Sanierungsfachmann Sascha Haghani : Bild: Jan Voth

          Die Personalrochade an der Spitze von Roland Berger war nötig geworden, weil im vergangenen Juni der Franzose Charles-Edouard Bouée überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte. Er war der erste Ausländer an der Spitze der Unternehmensberatung, die viel Wert auf ihre deutschen Wurzeln legt.

          Seither wurde Roland Berger interimistisch von einer fünfköpfigen Führungsmannschaft geleitet. Nach seinem Abgang hat der Franzose ein eigenes Wagniskapital-Unternehmen namens „Alpha Intelligence Capital“ gegründet. Es investiert in Unternehmen, die sich mit Künstlicher Intelligenz befassen.

          Auf der Partnerversammlung von Roland Berger im vergangenen Dezember war noch keine endgültige Entscheidung über die künftige Führung getroffen worden. Am Freitag haben die 250 Partner aus 35 Ländern nun auf ihrer ersten vollends virtuellen Versammlung in der Unternehmensgeschichte über die Spitzenpersonalien abgestimmt.

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