https://www.faz.net/-gqe-11zia

Unternehmensberater : Dominic Barton neuer Chef von McKinsey

Neuer McKinsey-Chef: Dominic Barton Bild: McKinsey

Wechsel an der Spitze von McKinsey: Die Unternehmensberatung hat Dominic Barton nach Informationen der F.A.Z. zum neuen internationalen Vorsitzenden gewählt. Der 46-Jährige gilt als Reformer, dem man zutraut, auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten Wachstumsquellen zu finden.

          Die Unternehmensberatung McKinsey & Co. hat einen neuen internationalen Vorsitzenden gewählt. Von Anfang Juli an wird Dominic Barton, derzeit Leiter des Asien-Geschäfts, an der Spitze der Beratungsgesellschaft stehen. Das erfuhr die F.A.Z. am Sonntag aus dem Umfeld des Unternehmens. Der 46 Jahre alte Barton übernimmt das Amt von Ian Davis, der seit 2003 an der Spitze von McKinsey steht. Für die Wahl in diesem Jahr stand der 1951 geborene Davis aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung. Nach den McKinsey-Statuten wird alle drei Jahre ein neuer Managing Director gewählt oder der bisherige im Amt bestätigt.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Wahl von Dominic Barton dürfte für Aufatmen bei vielen McKinsey-Mitarbeitern sorgen. Intern galt der Zweikampf als die Wahl zwischen „Hope“ und „Fear“. Barton („Hope“) gilt innerhalb der Beratungsgesellschaft als Reformer, dem zugetraut wird, auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten Wachstumsquellen zu finden. Sein schärfster Konkurrent, der Leiter des Amerika-Geschäfts, Michael Patsalos-Fox, gilt dagegen als jemand, der hart zugreift („Fear“). Es wurde befürchtet, dass er, sofern die Wahl auf ihn gefallen wäre, dem Unternehmen als Erstes ein Sparprogramm verordnet hätte.

          Wahl per Computer

          Die Wahl fand in einer mehrstufigen Computerabstimmung statt. Im Januar konnten die rund 400 stimmberechtigten Direktoren auf der Welt aus ihrem Kreis Wunschkandidaten für die Nachfolge von Ian Davis nennen. In einem ersten Wahlgang entstand daraus eine Liste der sieben meistgenannten Kandidaten, darunter auch Deutschland-Chef Frank Mattern. In einem weiteren Wahlgang verkürzte sich die Auswahl auf zwei Kandidaten, die bereits zuvor als die Favoriten gehandelt wurden: Patsalos-Fox und Barton. Um den begehrten Posten zu bekommen, bedarf es der absoluten Mehrheit der Stimmen, außerdem müssen sich 95 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt haben. Auf einem Partnertreffen Ende März in Las Vegas wird Barton offiziell eingeführt.

          Mit der Wahl Bartons bleibt McKinsey der Tradition treu, dass ein Angelsachse die 1926 gegründete Beratungsgesellschaft führt, die ihren Hauptsitz in New York hat. Der gebürtige Kanadier Barton hat in Oxford und an der Universität von British Columbia in Kanada Wirtschaftswissenschaften studiert. Zunächst arbeitete er dann als Währungsanalyst für N.M. Rothschild's in London. 1986 wechselte er zu McKinsey. Barton hat sein Büro aktuell in Schanghai. Ob das so bleiben wird, ist noch offen. Für Michael Patsalos-Fox ist die Niederlage ein herber Rückschlag. Er war schon vergeblich gegen Ian Davis angetreten. Der Berater, Spitzname P-Fox, hatte in den vergangenen Jahren das kriselnde Amerika-Geschäft wieder auf Trab gebracht.

          Die Position des Weltchefs von McKinsey ist nicht vergleichbar mit einem Vorstandsvorsitzenden gewöhnlicher Unternehmen. Er gibt die Leitlinien der Gesellschaft vor, im Tagesgeschäft arbeiten die Partner der Beratungsgesellschaft jedoch weitgehend selbständig. McKinsey gilt als führende Managementberatung der Welt. Umsatzzahlen nennt das Unternehmen nicht.

          Weitere Themen

          Herbe Enttäuschung von Netflix

          Konkurrenz lauert : Herbe Enttäuschung von Netflix

          Der Videodienst gewinnt weniger Kunden als erwartet. Auf seinem Heimatmarkt schrumpfen die Abonnentenzahlen sogar. Die Aktie verliert deutlich an Wert, denn die Sorgen werden auch in Zukunft nicht weniger.

          Elon Musk will dem Mensch ans Hirn Video-Seite öffnen

          Neue Form der Kommunikation? : Elon Musk will dem Mensch ans Hirn

          Über implantierte Drähte und eine kabellose Verbindung will der Start-up-Unternehmer das menschliche Gehirn mit einem Interface außerhalb des Körpers verbinden. So soll eine neue Form der Kommunikation möglich werden.

          Topmeldungen

          Konkurrenz lauert : Herbe Enttäuschung von Netflix

          Der Videodienst gewinnt weniger Kunden als erwartet. Auf seinem Heimatmarkt schrumpfen die Abonnentenzahlen sogar. Die Aktie verliert deutlich an Wert, denn die Sorgen werden auch in Zukunft nicht weniger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.