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Unterhaltungselektronik : Amazon und Microsoft sehen fern

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Männerspielzeug Xbox Bild: dpa

Der Kampf um die Aufmerksamkeit im Wohnzimmer lockt immer mehr Spieler an. Amazon will mit einer Settop-Box in den Fernseher. Microsoft schickt eine neue Xbox-Spielekonsole ins Rennen.

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          Im Kampf um das Wohnzimmer gehen zwei amerikanische Konzerne in die nächste Runde. Amazon, der größte Onlinehändler der Welt, entwickelt eine eigene sogenannte Settop-Box, die dazu geeignet ist, aus dem Internet heruntergeladene Videos auf dem Fernseher abzuspielen. Über das Gerät sollen Filme und Serien aus dem Amazon-Angebot abgerufen werden, berichteten bisher das Magazin „Bloomberg Businessweek“ und das „Wall Street Journal“. Offiziell steht hingegen fest, dass der Softwarekonzern Microsoft am 21. Mai die nächste Generation der Spielekonsole Xbox präsentieren wird. Das Unternehmen hat zur Vorstellung des Geräts in seine Zentrale in Seattle eingeladen. Weitere Einzelheiten gab es nicht. Es gilt damit aber als sicher, dass die nächste „Xbox 720“ zum Weihnachtsgeschäft in den Handel kommt.

          Für Amazon wäre eine Settop-Box ein weiteres Endgerät für eine bestehende Infrastruktur. Denn mit dem Tabletcomputer Kindle Fire kann man heute schon Videoinhalte von Amazon anschauen - und über ein entsprechendes Kabel auch auf den Fernseher übertragen. In Deutschland gehört der Video-Streaming-Dienst Lovefilm zu Amazon. Auf dem Markt gibt es schon einige Konkurrenz: Der Elektronikkonzern Apple zum Beispiel vertreibt seit dem Jahr 2007 seine Settop-Box „Apple TV“, und auch die Spielekonsolen Playstation und die Xbox übertragen Video aus dem Netz.

          Bisherige X-Box-Spiele könnten nicht mehr funktionieren

          Microsoft will nach bisherigen Berichten in der Xbox aber vor allem die Bewegungssteuerung Kinect weiterentwickeln. Außerdem wolle Microsoft beim Prozessor zum klassischen Standard aus der Welt der Personalcomputer wechseln. Das würde allerdings bedeuten, dass bisherige X-Box-Spiele auf dem neuen System nicht mehr funktionierten. Sony will eine vergleichbare Schwierigkeit mit seiner nächsten Playstation dadurch lösen, dass die älteren Spiele online abgerufen werden können. Diese Playstation4 ist schon seit einigen Wochen offiziell angekündigt, obwohl Sony bisher mit Einzelheiten geizte.

          Amazon versucht sich unterdessen auch als Produzent von Fernsehinhalten. Der Konzern lässt seine Kunden über 14 Pilotfolgen für Serien abstimmen. Dafür wurden auch bekannte Darsteller wie John Goodman gewonnen. Eine solche Strategie kann sich lohnen, wie das Beispiel der Onlinevideothek Netflix zeigt. Netflix gewann in Amerika gerade 2 Millionen neue Kunden, die sich von der Serie „House Of Cards“ mit dem Schauspieler Kevin Spacey begeistern ließen. Zum Start der Serie gab es eine kostenlose Probeaktion, und nur 8000 der neuen Nutzer kündigten nach jüngsten Angaben von Netflix danach ihr Abo. Eine interessante Frage mit Blick auf das zu erwartende Gerät von Amazon ist wie immer der Preis. Der Konzern ist bekannt dafür, seine Geräte zum Selbstkostenpreis anzubieten, weil er das Geld stattdessen mit dem Verkauf von Inhalten einspielen will. Ein Apple TV kostet in den Vereinigten Staaten 99 Dollar, andere Streaming-Geräte sind sogar schon für 50 Dollar zu haben.

          Der Kurs der ohnehin schon sehr hoch bewerteten Amazon-Aktie legte im frühen New Yorker Handel am Donnerstag vor der Vorlage der Quartalszahlen um gut ein Prozent zu.

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