https://www.faz.net/-gqe-9jigm

Japanischer Autohersteller : Toyota rechnet mit deutlich weniger Gewinn

  • Aktualisiert am

Markenzeichen von Toyota Bild: AP

Der Handelskonflikt kühlt die Auto-Nachfrage ab: In Amerika sinken die Absatzzahlen, in China ist die Lage unklar. Toyota sieht sich gezwungen, die Gewinnprognose zu senken.

          Der VW-Rivale Toyota hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr wegen Investmentverlusten gesenkt. Wie Japans führender Autobauer am Mittwoch bekanntgab, dürfte sich der Nettogewinn zum Bilanzstichtag 31. März auf 1,8 Billionen Yen (16 Milliarden Euro) belaufen. Das wäre ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent. Bisher hatte der Branchenprimus unterm Strich mit 2,3 Billionen Yen gerechnet. An Umsatz werden jedoch weiterhin 29,5 Billionen Yen (268 Milliarden Euro) erwartet.

          Der Hersteller des Prius, zu dem auch der Kleinwagenspezialist Daihatsu und der Nutzfahrzeughersteller Hino Motors gehören, hob seine Absatzprognose für das laufende Geschäftsjahr um 50.000 Autos auf den Rekord von 10,55 Millionen Fahrzeugen an. In den ersten neun Monaten sank der Nettogewinn um 29,3 Prozent auf 1,4 Billionen Yen. Der Umsatz stieg indes um 3,1 Prozent auf 22,48 Billionen Yen.

          Den Absatz steigerte der nach Volkswagen und der französisch-asiatischen Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi weltweit drittgrößte Autobauer im Zeitraum Oktober bis Dezember vor allem in Asien und konnte damit einen Verkaufsrückgang in Nordamerika wettmachen. Während die Auslieferungen in der Heimatregion einschließlich China um rund 15 Prozent auf 464.000 Fahrzeuge sprangen, schrumpften sie in Nordamerika um sieben Prozent auf 680.000 Stück.

          Insgesamt schlug Toyota in seinem dritten Geschäftsquartal weltweit gut 2,7 Millionen Fahrzeuge los, plus 2,8 Prozent. Im vergangenen Jahr verkaufte der größte japanische Autobauer allein in China mit 1,47 Millionen Fahrzeugen 14 Prozent mehr als im Vorjahr. 2019 will Toyota in der Volksrepublik 1,6 Millionen Wagen verkaufen. Damit hebt sich der japanische Vorzeigekonzern von vielen Konkurrenten ab, die wegen des Handelsstreits zwischen China und den Vereinigten Staaten mit schrumpfenden Verkaufszahlen zu kämpfen haben.

          Toyota erwartet eine weitere Abkühlung der Nachfrage auf dem wichtigen amerikanischen Markt, in China und Westeuropa dürfte der Absatz indes zulegen, hieß es. Allerdings gebe es in China, dem größten Automarkt der Welt, Anzeichen für eine instabile Lage.

          Vor dem Hintergrund des andauernden Handelskonflikts zwischen Amerika und und China war der Absatz im vergangenen Jahr erstmals seit 28 Jahren zurückgegangen.

          Weitere Themen

          Richard Grenell kritisiert neue EU-Verordnung

          F.A.Z. exklusiv : Richard Grenell kritisiert neue EU-Verordnung

          Die EU sorgt mit neuen Verordnungen für Medizinprodukte für neuen bürokratischen Aufwand. Der amerikanische Botschafter Grenell meint: „Viele werden sich für die Patienten nicht positiv auswirken.“ Ein Gastbeitrag.

          Topmeldungen

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.

          Johnson in Paris : In Berlin war mehr Esprit

          Beim Besuch von Boris Johnson betont Präsident Macron die Einigkeit Europas – und bekennt sich zu seinem Ruf, in der Brexit-Frage ein Hardliner zu sein. Zugeständnisse will er gegenüber dem Gast aus London nicht machen – erst recht nicht beim Backstop.

          FAZ.NET-Serie Schneller schlau : Kind oder Porsche

          Die Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind deutlich später, im Durchschnitt sind sie mittlerweile älter als dreißig Jahre. Wie aber hängt die Kinderzahl mit dem Bildungsgrad zusammen? Und was kostet ein Kind eigentlich, bis es erwachsen ist?
          Amerikas Botschafter Richard Grenell kritisiert eine neue EU-Verordnung zu Medizinprodukten.

          F.A.Z. exklusiv : Richard Grenell kritisiert neue EU-Verordnung

          Die EU sorgt mit neuen Verordnungen für Medizinprodukte für neuen bürokratischen Aufwand. Der amerikanische Botschafter Grenell meint: „Viele werden sich für die Patienten nicht positiv auswirken.“ Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.