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Universal Music : Auch das größte Musiklabel der Welt soll an die Börse

Billie Eilish bei der Verleihung der Oscars Bild: Reuters

Die Plattenfirma von Billie Eilish und Co. hat 2019 ihren Umsatz beachtlich gesteigert – sehr zur Freude der Muttergesellschaft Vivendi. Die hat viel vor mit dem Label.

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          Das größte Musik-Label der Welt, die Universal Music Group, soll bis spätestens Anfang 2023 an die Börse gebracht werden. Das teilte sein Mutterkonzern Vivendi am Freitag mit. Der Marktführer folgt damit Warner Music. Das Label stellte schon Ende vergangener Woche bei der amerikanischen Börsenaufsicht einen entsprechenden Antrag.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vivendi hatte Ende 2019 den Verkauf von 10 Prozent der Universal-Anteile an die chinesischen Tencent-Gruppe verkündet. Bewertet wurde das Label damals mit 30 Milliarden Euro. Das Käuferkonsortium rund um Tencent besitzt bis zum 15. Januar 2021 eine Option zum Erwerb weiterer 10 Prozent zum selben Preis. Derzeit sei man auf der Suche nach weiteren Investoren für die Veräußerungen von Minderheitsanteilen, hieß es von Vivendi. Großaktionär Vincent Bolloré hatte schon im Sommer 2019 angekündigt, Vivendi könne bis zu 50 Prozent der Universal-Anteile veräußern.

          Umsatztreiber Universal

          Universal konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr deutlich steigern. Nach gut sechs Milliarden im Jahr 2018 standen im vergangenen Jahr rund 7,2 Milliarden Euro zu Buche. Damit bleibt die Plattenfirma der wichtigste Umsatztreiber seiner Muttergesellschaft, dem französischen Medienkonzern Vivendi, der 2019 einen Gesamtumsatz von 15,9 Milliarden Euro verbuchte.

          Der wichtigste Bereich von Universal Music, das Geschäft mit Musikaufnahmen, wuchs von gut 4,8 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro, wovon der größte Teil in Höhe von 3,3 Milliarden Euro abermals Einnahmen aus dem Musik-Streaming über die populären Dienste wie Spotify, Apple oder Amazon Music waren. Auch beim Verkauf von physischen Tonträgern konnte das Unternehmen aber einen Zuwachs verzeichnen. Dort wurde 2019 rund eine Milliarde Euro umgesetzt, nach 949 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz mit Downloads sank hingegen, während das Verlagsgeschäft und Verkauf von Fanartikeln zulegten.

          Top-Album von Billie Eilish

          Generell verlieren Tonträger zunehmend an Bedeutung. 2018 trug ihr Verkauf nur noch 4,7 Milliarden Dollar zu den 19,1 Milliarden Dollar Gesamtumsatz des globalen Markts für Musikaufnahmen bei. Mit 8,9 Milliarden Dollar war Streaming auch dort der stärkste Wachstumstreiber. Fachleute gehen davon aus, dass 2019 die 20 Milliarden Dollar-Grenze überwunden wurde. Die Zahlen dazu werden Ende März veröffentlicht.

          Die erfolgreichsten Veröffentlichungen für Universal waren 2019 das Debüt-Album der jüngst auch Grammy-prämierten Newcomerin Billie Eilish, „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“. Zudem die Werke von Post Malone („Hollywood’s Bleeding“) und Taylor Swift („Lover“). Das sechstmeistverkaufte kam indes mit „Abbey Road“ von den Beatles, was die Bedeutung des Katalogs unterstreicht – damit sind die Rechte an schon veröffentlichten Werken gemeint.

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