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United Airlines : Impfmuffel feuern

Beschäftigt keine Impfverweigerer mehr: Die Fluggesellschaft United Airlines Bild: AP

Die Fluggesellschaft United Airlines hat sich von 600 Mitarbeitern getrennt, die sich nicht impfen lassen wollten. Sie haben sich geschäftsschädigend verhalten und fallen weich.

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          Der schönste Leserbrief des Jahres an die New York Times beginnt mit dem Bekenntnis des Schreibers, er als Impfgegner sei selbst strikt gegen Masern-, Pocken-, Tetanus- und Polioimpfungen gewesen, die ihm vom Staat vorgeschrieben wurden. Dann aber sei er in den Kindergarten gekommen. Und das habe ihn verändert.

          Auf diesen Fortschritt warten wir bei vielen Mitmenschen vergeblich. United Airlines feuert 600 Leute, die sich einer Impfung verweigern und noch nicht mal medizinische oder religiöse Gründe dafür geliefert haben. Bevor das Mitgefühl für diese verwirrten Seelen überschwappt, seien ein paar Hinweise erlaubt: Ungeimpfte verhalten sich geschäftsschädigend. Viele Kunden würden Flüge meiden, von denen sie wüssten, dass 20 bis 30 Prozent des Personals nicht geimpft sind.

          Zudem werden die Geschassten in den Vereinigten Staaten in einen Arbeitsmarkt entlassen, der nach Arbeitskräften lechzt. Von den rund 2000 nicht geimpften United-Beschäftigten, die religiöse Motive anführen, würde man auch gerne wissen, ob sie auf Anraten ihres Gottes sich auch der Tetanus- oder Kinderlähmungsimpfung verweigert haben. Wer es glaubt, wird selig.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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