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Pauschalreiseveranstalter : Jetzt meldet auch die erste Unister-Tochter Insolvenz an

Urlaubstours nimmt keine Buchungen mehr an. Bereits gebuchte Reisen sollen aber stattfinden. Bild: dpa

Erst stürzte der Unister-Chef mit einem Flugzeug in den Tod, dann meldete seine Holding Insolvenz an, nun folgt der Reiseveranstalter Urlaubstours. Das sorgt mitten in der Ferienzeit bei Touristikern und Urlaubern für weitere Verunsicherung.

          Schlechte Nachrichten bekommt die Reisebranche in diesem Jahr genug. Anschläge in Istanbul, Paris, Brüssel und Nizza. Sinkende Buchungszahlen für einst gefragte Pauschalreiseziele. Ein niedergeschlagener Putschversuch in der Türkei. Da kommt es für die Touristiker äußerst ungelegen, dass von der Unister-Gruppe, einem gewichtigen Reisevermittler, mitten in der Ferienzeit Notsignale kommen.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zwei Tage nachdem die Unister-Holding, die Dachgesellschaft der Leipziger Unternehmensgruppe mit Portalen wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de, beim Amtsgericht Leipzig die Insolvenz beantragt hatte, folgt nun die erste Tochtergesellschaft: Wie der vorläufige Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther mitteilte, hat der Reiseveranstalter Urlaubstours Insolvenz angemeldet. Einen Grund nannte er dafür nicht. Urlaubstours gehört zur Gesellschaft Unister Travel, einer Tochtergesellschaft der Holding.

          Die Holding-Insolvenz dürfte für Verbraucher folgenlos bleiben. Wer auf einem Unister-Portal gebucht hat, hat einen Vertrag mit dem Veranstalter der gebuchten Reise, zum Beispiel TUI oder Thomas Cook geschlossen, an den auch direkt gezahlt wird. Die Insolvenz von Urlaubstours tangiert Reisende eher, denn unter dieser Marke war Unister selbst als Veranstalter der Pauschalreisen tätig. Kunden genießen aber einen gesetzlich vorgeschriebenen Schutz gegen die Insolvenz. Im Fall von Urlaubstours ist der Generali-Konzern der zuständige Versicherer.

          Insolvenzverwalter Flöther teilte mit, dass vorerst keine neuen Urlaubsbuchungen für Urlaubstours angenommen würden. Wer einen Urlaub mit dem Unister-Reiseveranstalter gebucht hat, könne seine Reise antreten. „Wir sind sehr froh, hier eine kurzfristige Lösung gefunden zu haben, und danken der Generali Versicherung AG und ihrem Versicherungsvermittler Reisegarant für die schnelle Handlungsbereitschaft“, sagte Flöther.

          Trauer nach dem Unfalltod des Chefs: Blumen und Grabkerzen vor der Eingangstür von Unister in Leipzig

          Am vergangenen Donnerstag war der Gründer und Chef der Unister-Gruppe, Thomas Wagner, auf dem Rückweg von Venedig beim Absturz eines Kleinflugzeugs ums Leben gekommen. Auch der Mitgründer und Gesellschafter Oliver Schilling starb. Sie sollen zu Investorengespräche in Italien gewesen sein. Um Unister rankten sich seit längerem Spekulationen, dass die Lage finanziell angespannt sei. Die Polizei in Slowenien bestätigte einen Bargeldfund an der Unglücksstelle bei Predmeja im Westen des Landes. Allerdings sei kein Geldkoffer mit einem Millionenbetrag entdeckt worden, wie es in den vergangenen Tagen in Medienberichten hieß, sondern lediglich 10.000 Schweizer Franken – umgerechnet rund 9200 Euro.

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