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Energie : Uniper hält Erdgas in den Speichern zurück

Klaus-Dieter Maubach Bild: Matthias Lüdecke

Die Wirren auf dem Erdgasmarkt belasten den Gazprom-Kunden Uniper. Bei der nächsten Gaszahlung will das Unternehmen die Zwei-Konto-Lösung mit direktem Umtausch in Rubel akzeptieren.

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          Nach dem russischen Lieferstopp für Polen und Bulgarien sieht der Energiekonzern Uniper keine direkten Folgen für die Erdgasversorgung in Deutschland. Die Durchleitung von russischem Gas nach Deutschland sei davon nicht betroffen, auch der Transit über die übrigen Pipelines laufe weiter planmäßig. Uniper ist der größte Kunde von Gazprom und bezieht ungefähr 60 Prozent seiner Lieferungen von dem russischen Konzern. Der Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Maubach widersprach im Gespräch mit der F.A.Z. Befürchtungen, dass der Streit um die von Moskau geforderte Bezahlung in Rubel auch Deutschland treffen könne. Die Stunde der Wahrheit kommt für Uniper Ende Mai, wenn die nächste Rechnung an Gazprom fällig wird. Anders als Bulgarien und Polen sei Uniper bereit, die Zwei-Konten-Lösung zu akzeptieren, bei der die Gazprom-Bank die Beträge direkt nach der Euroüberweisung in Rubel umtausche.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Der Düsseldorfer Versorger, der mehrheitlich zum finnischen Staatskonzern Fortum gehört, hat für das erste Quartal vorab einen Nettoverlust von rund 3 Milliarden Euro gemeldet. Der Kurs der Aktie rutschte zeitweise mehr als 4 Prozent ins Minus. Ein Grund sind teilweise bereits bekannte Abschreibungen auf das Darlehen für die Ostseepipeline und Wertberichtigungen auf die russische Tochtergesellschaft Unipro. Sie belasten den Gewinn mit rund 2 Milliarden Euro. Zum anderen hat der Konzern große Mengen Gas in seinen Speichern zurückgehalten, statt sie schon jetzt zu verkaufen. „Dadurch kommt es zu einer deutlichen Ergebnisverschiebung zwischen den Quartalen. Aber unser Ausblick für das Gesamtjahr bleibt vollständig bestehen“, betonte Maubach.

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