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Energiekonzern : Russland-Risiken bringen Uniper ins Schleudern

Verfrühter Jubel: Im Herbst 2021 setzten Arbeiter auf einem Verlegeschiff das Schlussstück für die Nord-Stream-2-Pipeline ein. Bild: dpa

Ostsee-Pipeline, Sanktionen und Marktturbulenzen werden zum Risiko: Der Versorger ist eng mit Russland verflochten. Das kann ihm jetzt auf die Füße fallen.

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          Seine engen Verflechtungen mit Russland bringen den Energieversorger Uniper in schweres Fahrwasser. Nach dem vorläufigen Aus für die Zulassung der Gaspipeline Nord Stream 2 drohen hohe Abschreibungen. Verwerfungen auf den Gasmärkten und Sanktionen gegen russische Geschäftspartner könnten den Düsseldorfer Energieriesen teuer zu stehen kommen. Der Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Maubach stimmt Anleger und Mitarbeiter auf schwierige Zeiten ein. „Die Situation an der russisch-ukrainischen Grenze lässt uns bei Uniper zutiefst verunsichert zurück“, sagte er am Mittwoch bei der Vorlage des Geschäftsberichts für 2021. Der Kurs der Uniper-Aktie, die zu Wochenbeginn schon unter einer drastischen Dividendenkürzung gelitten hatte, sank bis zum Nachmittag um mehr als 10 Prozent.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Uniper ist einer der Geldgeber für Nord Stream 2. Als unmittelbare Folge des Konflikts steht jetzt rund eine Milliarde Euro an Krediten und Zinsen im Feuer. Obwohl die Zertifizierung schon seit Monaten höchst umstritten ist und viele Politiker schon vor der Zuspitzung der Krise nach einem Stopp des Projekts gerufen haben, hat Uniper noch keinerlei Vorsorge für eventuelle Zahlungsausfälle getroffen. „Wir prüfen derzeit die Auswirkungen der gestrigen Entscheidung für Uniper, einschließlich möglicher Wertminderungen“, kündigte Maubach an. Ein Neubewertung des Engagements werde bis zum nächsten Quartalsabschluss erfolgen. Rechtliche Schritte gegen die Aussetzung des Genehmigungsverfahrens seien nicht geplant. Das sei gegebenenfalls Sache der Betreibergesellschaft.

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